Beiträge von matthias86

    Arthur: Gut gekontert! :D

    Wir können also darin übereinkommen, dass es gleichrangig eine Nachfrage und ein Angebot geben muß, sonst hilft alles nichts.

    Oeconomicus:

    Mmn. sollte man den Produktivitätszuwachs voll an die Arbeitnehmer wiedergeben. Wie Du richtig gesagt hast, ging der Produktivitätszuwachs der letzten Jahre auch auf Entlassungen zurück. Um den dadurch auftretenden Kaufkraftverlust zu vermeiden, muß die Produktivitätsentwicklung mmn zur Gänze in der Lohnanpassung enthalten sein.
    Von der Bezahlung der Arbeitnehmer mit Aktien halte ich ehrlich gesagt nicht viel. Erstens bin ich, was die Weisheit der Finanzmärkte angeht sehr vorsichtig, zweitens geht oftmals nicht alles mit rechten Dingen bzw. in einer Grauzone zu (s. Daimler Chrysler).
    Und drittens dauert es dann nicht mehr lange bis wir ein Volk von Zockern sind, die ständig Roulette an der Börse spielen. Aktien sind im Portfolio nun einmal als sehr riskant einzustufen, das Risiko, viel geld zu verlieren ist recht groß.
    Viertens will ich nicht, dass die Macht der Finanzmärkte noch größer wird als sie ohnehin ist, das ist oft zum Nachteil von Unternehmen in der Realwirtschaft und hat schon ganze Länder finanziell ums Eck gebracht
    Schließlich und endlich gibt es niemanden , der mehr an einer gedeihlichen Entwicklung eines Unternehmens interessiert ist, als seine Arbeitnehmer - schließlich hängt ja auch ihre persöniche zukunft davon ab.

    Arthur: Ich weiß nicht, ob du es schon mal versucht hast, ohne Geld in einem Laden etwas zu kaufen (ev. Diebstähle ausgeschlossen) :D
    Ich fürchte, da wirst Du keinen Erfolg haben, die werden DIr nix geben. Und wenn die Konsumenten nix im Laden kaufen, wird der Laden dichtmachen. d.h. der Produzent verkauft nichts mehr an den Laden und wird auch diecht machen.

    Zu der Steuerquote von 25% wollt ich auch noch was sagen: Sie beträgt in der BRD aktuell 21,6 Prozent, es wären also noch 3,4% Spiel. Wenn man nun das tlw. Crowding out berücksichtigt, würde das noch immer schätzungsweise einen Wachstumseffekt von zusätzlichen 2 - 2,5% ergeben, wenn das Geld richtig eingesetzt und bei der richtigen Stelle abgeschöpft wird ( Börsenumsatzsteuer, Erhöhung des mickrig niedrigen Spitzensatzes von 42%).

    Du hast - hab ich erst jetzt gelesen - (bin hie u. da ein wenig unaufmerksam) gesagt, dass an den Unis nur Keynes verzapft wird. Ich weiß net woher Du das hast, aber ich glaube zu wissen, dass es in der BRD nur einen bekennenden Keynesianer mit Lehrstuhl gibt: Prof. Dr. Peter Bofinger in Würzburg.

    Oeconomicus: Ich meine, dass die Konsumzurückhaltung z.T. auf den stagnierenden Reallöhnen beruht. Die Lohnerhöhungen müßen immer im Gleichgewicht sein (Inflation+Prduktivitätszuwachs-ein paar Zehntel Prozent, da die Inflationsrate überzeichnet ist). Demnach müßten letztes Jahr die Löhne in der BRD etwa um 3,5 % gestiegen sein, tatsächlich warens glaub ich 1,9 %. Die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre hat die Krise wohl erst so schlimm gemacht, wie sie ist. Gleichwohl dürfen die Lohnerhöhungen auch nicht viel höher als diese Formel sein, wie es Ende der 70er Jahre geschah.Die Zurückhaltung bei den Erhöhungen der letzten Jahre hat die Arbeitskosten für einen ausländichen Investor um ein paar Prozentchen billiger gemacht, aber die Euro Aufwertung hat sie um sagenhafte 35% verteuert. Das sollte man in dem Zusammenhang auch irgendwo einmal erwähnen.

    Falls sich ein Gleichgewicht bildet wie Du es sagst, haben wir aber ein kleines Problem dabei: Ein keynessianisches Unterbeschäftigungsgleichgewicht, wenn ich mich noch recht an meine Makro-VO letztes Semester erinnere. :baby:

    Euch allen ein schönes Wochenende!

    Ja, das ist schon war. Ich meine nur, dass manche Ähnlichkeiten zwischen Heute und der Weltwirtschaftskrise im Bereich sinkender Reallöhne frappant sind. Und wenn er weniger verdient kann der Konsument auch weniger ausgeben, oder? D.h., die Unternehmen merken, dass sie weniger absetzen und produzieren daher weniger.
    Dem stimmst du doch zu, oder? Und nichts anderes hat Keynes gesagt: Die Produktion hängt von der Nachfrage ab. Ohne Käufer kein Produzent, sozusagen.

    Dann mach Keynes nicht zur Sau, wenn du noch net viel davon verstehst. Ich steh eher auf der Nachfrageorientierten Seite, aber außer gegen Hans-Werner Sinn, der Aussagen tätigt ohne sie beweisen zu können, bzw. die explizit gegen die Statistiken der DESTATIS verstoßt bAZAR-öKONOMIE1119bin ich auch in meinem engeren Umfeld nicht ausfallend gegen die Klassiker und Neoklassiker geworden.

    Zu den Ursachen der Weltwirtschaftskrise: Könnte man stundenlang diskutieren.
    Was ich weiß ist, dass die Reallöhne im Vorfeld des Black Friday sanken und die Banken umfangreiche Konsumentenkredite gewährten, was aufgrund immer weiter sinkender Reallöhne dazu führte, dass sie bald auf faulen Darlehen saß.
    Die Hoover-Administration versuchte nun die Steuerausfälle die durch die sinkenden Reallöhne bedingt waren durch Budgetkürzungen (Einschränkung der staatl. Investitionen) zu kompensieren, wodurch sie die Krise nur noch schlimmer machte.
    So stehts bei Eric Hobsbawm (Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme)