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Original von matthias86
Mmn. sollte man den Produktivitätszuwachs voll an die Arbeitnehmer wiedergeben. Wie Du richtig gesagt hast, ging der Produktivitätszuwachs der letzten Jahre auch auf Entlassungen zurück. Um den dadurch auftretenden Kaufkraftverlust zu vermeiden, muß die Produktivitätsentwicklung mmn zur Gänze in der Lohnanpassung enthalten sein.
Du kannst das Produktivitätswachstum, dass durch Entlassungen generiert wurde, nicht an die Arbeitnehmer weitergeben. Das wäre fatal und du würde in eine Abwärtsspirale eintreten, dessen Ausprägung weitere Entlassungen wären. Gehen wir einmal der Frage nach, warum Arbeiter entlassen werden. Da bietet uns die Volkswirtschaft eine einfache Gleichung: wenn der Lohn über SEINER Grenzproduktivität liegt. D.h. wenn der Arbeiter mehr kostet, als er durch seine Arbeit einbringt. Wenn du nun, dass durch die Entlassung gesparte Geld an die anderen Arbeitnehmer weiter gibst, da durch die Entlassungen ihre Grenzproduktivität steigt, verlagerst du das Problem nur.
In dieser ganzen Diskussion dreht es sich immer um zwei Argumente, auf der einen Seite das Kaufkraftargument und auf der anderen Seite das Kostenargument. Beide haben eine Darseinsberechtigung.
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Original von matthias86
Von der Bezahlung der Arbeitnehmer mit Aktien halte ich ehrlich gesagt nicht viel. Erstens bin ich, was die Weisheit der Finanzmärkte angeht sehr vorsichtig, zweitens geht oftmals nicht alles mit rechten Dingen bzw. in einer Grauzone zu (s. Daimler Chrysler).
Bei dieser Übernahme haben die Aktionäre profitiert.
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Original von matthias86
Und drittens dauert es dann nicht mehr lange bis wir ein Volk von Zockern sind, die ständig Roulette an der Börse spielen. Aktien sind im Portfolio nun einmal als sehr riskant einzustufen, das Risiko, viel geld zu verlieren ist recht groß.
Langfristig Aktien zu halten hat absolut nichts mit Zockerei zu tun, da wie die Empirie auch zeigt, sich die langfristige Aktienentwicklung nach den Fundamentalfaktoren richtet.
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Original von matthias86
Viertens will ich nicht, dass die Macht der Finanzmärkte noch größer wird als sie ohnehin ist, das ist oft zum Nachteil von Unternehmen in der Realwirtschaft und hat schon ganze Länder finanziell ums Eck gebracht
Ebenso gut hat sie auch die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern auf gesündere Beine gestellt und somit die Binnenwirtschaft gestärkt, wie in Deutschland. Unter anderem durch eine einfachere Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen. Es hat einen guten Grund, warum so viele Unternehmen an der Börse notiert sind...Die Unstimmigkeiten, die du bei Finanzmärkten ansprichst haben ihre Ursache meist in exogen Ereignissen, wie der Regierungspolitik und/oder Geldpolitik.
Mit freundlichen Grüßen,
Christian