Beiträge von Oeconomicus

    In Jura ist das schematische Denken gefordert, deswegen versuche dir methodische Herangehensweisen anzugewöhnen. D.h. konkret: Fallbearbeitung nach fester Reihenfolge, schematische Grafiken auswendig lernen, hangel dich an den BGB Paragraphen entlang...

    So habe ich meine Rechtsklausuren erfolgreich hinter mich gebracht.

    Vielleicht hilfts,
    Chris

    Zitat

    Warum ist die Auswirkung ( es geht um die Erhöhung der Mindestreservesätze) dieser Maßnahme auf die Geldmenge wesentlich größer als der Betrag, den die Banken durch die Erhöhung nun zusätzlich als Mindestreserve halten müssen?

    Die Auswirkung auf die Geldmenge ist größer, aufgrund der Kreditschöpfungsmultiplikation.

    Zitat

    Erklärt mir dann vielleicht auch noch jemand, wie sich diese Maßnahme auf die Rentabilität der Geschäftsbanken auswirken kann??

    Die Rentabilität der Bank hängt ganz entscheident von der Grenzproduktivität des Kapitals - vom Zins - ab. Durch mehr Mindestreservehaltung, die mit dem Hauptrefinanzierungssatz - dem Leitzins - verzinst wird, sind die Zinsertärge geringer als durch den Geldverleih an die Kunden. Die Kreditschöpfungsmultiplikation spielt hier bei der Rentabilität auch eine große Rolle.

    Ich hoffe, ich konnte dir das zugänglich machen...
    Chris

    Zitat

    Original von Markus
    Wo soll es denn hingehen?

    Größe des Unternehmens und staatl. Institution
    In der Regel bewerbe ich mich immer 5-6 Monate vorher, trotzdem wollte ich einmal generell wissen, wie ihr das meistens macht. Denn ich kenne auch Leute die sich bis zu ein Jahr vorher bewerben.

    MfG,
    Chris

    Zitat

    Original von lythande74
    ;) Kann es sein, dass Ihr Euch weit vom Thema entfernt habt ?

    Es hatte ja lange Zeit keiner etwas weiteres zum Thema beizutragen. Vielleicht sollten wir, wenn es so weiter geht, den Thread irgendwann umbenennen. :D

    Zitat

    Original von lythande74
    Also für den Themenstarter:

    WTO
    IWF
    Weltbank

    Alle drei sind zusammenfassend gut gedachte, aber miserabel ausgeführte Konzepte.
    Aktuell wird zwar versucht die Schäden wieder zu beheben, die in der Vergangenheit angerichtet wurden, aber so etwas ist schwierig und dauert.
    Hauptproblem aller drei Organisationen: keine Berücksichtigung der langfristigen konsequenzen des Handelns.....

    Interessant. Aber welche der durch die Bretton Woods Organisationen durchgeführten Maßnahmen bedingen die von dir angesprochenen Konsequenzen?

    Ich denke, dass es zum Beispiel an der zwanghaften Überstülpung eines theoretischen Systems ist. Dabei wird eher marginal auf die kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen Rücksicht genommen.

    Zitat

    Original von lythande74
    @ die anderen: Ihr habt bei Euren theoretischen Betrachtungen eines vergessen:
    Es zählt heute in erster Linie die Produktivität des Kapitals.

    Einspruch :D Das haben wir nicht vergessen und das habe ich auch schon erwähnt: "Denn der Produktivitätszuwachs begründet sich mehrheitlich nicht auf die Arbeitskraft, sondern auf das Sachkapital. "

    Zitat

    Original von lythande74
    Dazu kommt, dass jeder "Manager" an seinem kurzfristigen Erfolg gemessen wird.

    Traurig aber wahr.

    Zitat

    Original von lythande74Entlässt man Mitarbeiter erhöht sich kurzfristig der Ertrag. Meiner Meinung nach werden aber die langfristigen Konsequenzen des "Lean Personal Managements" nicht bedacht. Auf Dauer kann die Produktivität eines Unternehmens nicht steigen wenn keiner mehr da ist der die Arbeit fachgerecht verrichten kann.

    Arbeitnehmerentlassungen haben nun aber primär nichts mit dem Lean Management zu tun, dessen Hauptaugenmerk u.a. auf die Verflachung der Hierachieebenen, starke Fokussierung auf Kunden,...usw liegt. Das Arbeiter entlassen werden liegt viel mehr in der Natur des Wirtschaftens (wie das Wort schon sagt "haushalten"), denn alle anderen Unternehmenskonzepte gründen auch auf dem Minimumprinzip (bei gegebenem Output soll bei minimalem Input produziert werden) und dem Maximumprinzip (bei gegebenem Input soll ein maximaler Output produziert werden).

    Zitat

    Original von lythande74
    Aussagen einer Namhaften "Peanut"-Bank wie: Toll , wir haben 25% Gewinn. Nächstes Jahr wollen wir 30 %, dafür entlassen wir 6.000 Mitarbeiter, klingen irgendwie wie der blanke Hohn. Wer hat denn durch gute Arbeit den Gewinn möglich gemacht ? Doch die Mitarbeiter, oder ?

    Ich kann die Entlassungen der Deutschen Bank, die du hier ansprichst auch absolut nicht gut heißen, allerdings ist der Bankensektor ein Sonderfall, da dort schon seit längerem eine Übernahmeschlacht tobt, dessen sich die Deutsche Bank entziehen muss, wenn sie bei einer im internationalen Vergleich niedrigen Umsatzrendite nicht geschluckt werden will. Und das wäre für die Bankenlandschaft und Unternehmenslandschaft in Deutschland das absolute Worst Case Szenario.

    Zitat

    Original von matthias86
    Mmn. sollte man den Produktivitätszuwachs voll an die Arbeitnehmer wiedergeben. Wie Du richtig gesagt hast, ging der Produktivitätszuwachs der letzten Jahre auch auf Entlassungen zurück. Um den dadurch auftretenden Kaufkraftverlust zu vermeiden, muß die Produktivitätsentwicklung mmn zur Gänze in der Lohnanpassung enthalten sein.

    Du kannst das Produktivitätswachstum, dass durch Entlassungen generiert wurde, nicht an die Arbeitnehmer weitergeben. Das wäre fatal und du würde in eine Abwärtsspirale eintreten, dessen Ausprägung weitere Entlassungen wären. Gehen wir einmal der Frage nach, warum Arbeiter entlassen werden. Da bietet uns die Volkswirtschaft eine einfache Gleichung: wenn der Lohn über SEINER Grenzproduktivität liegt. D.h. wenn der Arbeiter mehr kostet, als er durch seine Arbeit einbringt. Wenn du nun, dass durch die Entlassung gesparte Geld an die anderen Arbeitnehmer weiter gibst, da durch die Entlassungen ihre Grenzproduktivität steigt, verlagerst du das Problem nur.

    In dieser ganzen Diskussion dreht es sich immer um zwei Argumente, auf der einen Seite das Kaufkraftargument und auf der anderen Seite das Kostenargument. Beide haben eine Darseinsberechtigung.

    Zitat

    Original von matthias86
    Von der Bezahlung der Arbeitnehmer mit Aktien halte ich ehrlich gesagt nicht viel. Erstens bin ich, was die Weisheit der Finanzmärkte angeht sehr vorsichtig, zweitens geht oftmals nicht alles mit rechten Dingen bzw. in einer Grauzone zu (s. Daimler Chrysler).


    Bei dieser Übernahme haben die Aktionäre profitiert.

    Zitat

    Original von matthias86
    Und drittens dauert es dann nicht mehr lange bis wir ein Volk von Zockern sind, die ständig Roulette an der Börse spielen. Aktien sind im Portfolio nun einmal als sehr riskant einzustufen, das Risiko, viel geld zu verlieren ist recht groß.

    Langfristig Aktien zu halten hat absolut nichts mit Zockerei zu tun, da wie die Empirie auch zeigt, sich die langfristige Aktienentwicklung nach den Fundamentalfaktoren richtet.

    Zitat

    Original von matthias86
    Viertens will ich nicht, dass die Macht der Finanzmärkte noch größer wird als sie ohnehin ist, das ist oft zum Nachteil von Unternehmen in der Realwirtschaft und hat schon ganze Länder finanziell ums Eck gebracht

    Ebenso gut hat sie auch die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern auf gesündere Beine gestellt und somit die Binnenwirtschaft gestärkt, wie in Deutschland. Unter anderem durch eine einfachere Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen. Es hat einen guten Grund, warum so viele Unternehmen an der Börse notiert sind...Die Unstimmigkeiten, die du bei Finanzmärkten ansprichst haben ihre Ursache meist in exogen Ereignissen, wie der Regierungspolitik und/oder Geldpolitik.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

    So würde ich es einsortieren:

    Bafög - Kombination aus allen Produktionsfaktoren, da der Staat durch alle Produktionsfaktoren die Einnahmen für die Umverteilung in Bafög generiert.

    Rente - Produktionsfaktor Arbeit, da wir die Rente über ein Umlageverfahren durch die Sozialversicherung finanzieren, dessen Grundlage Produktionsfaktor Arbeit ist.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

    Zitat

    Original von Jens
    Die Studiengänge, die zu diesen Abschlüssen führen, unterscheiden sich folgendermaßen:
    [list]
    [*]Diplom ist ein normaler deutscher Studienabschluss. Ein Diplomstudium umfasst acht Semester, davon meistens zwei praktische Studiensemester.

    Du redest aber nicht von einem normalem Hochschuldiplom, denn in der Regel ist die Regelstudienzeit 8-10 Semester und darin sind keine, schon gar nicht zwei Praxissemester enthalten. Wovon du redest könnte vielleicht ein Fachhochschuldiplom sein, aber kenne mich bei der FH nicht so aus.

    Werde das System wie ich es kenne einmal kurz zusammenfassen:

    Das Diplom (deutscher Ursprung, 8-10 Semester) entspricht dem Master (englischer Ursprung, 4 Semester). Um einen Masterstudiengang zu machen benötgst du mindestens einen Bachelor(englischer Ursprung, 6 Semester), auf den der Master aufbaut. Dem Bachelor entspricht dem Diplom (FH) an einer Fachhochschule.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

    Da bin ich ganz ehrlich ein wenig überfragt, da mir so eine generelle Aussage darüber noch nie untergekommen ist. Die Wirksamkeit von Zinsänderungen hängt entscheidet von ihrem Niveau ab, deswegen kann ich die obige Aussage so nicht unterstreichen. Denn je nach Niveau ist die Zinselastizität der Geldnachfrage anders.

    Falls du irgendwann einmal die Antwort auf diese Frage bekommst wäre es nett im Gegenzug die korrekte Antwort hier im Thread einmal kurz wiederzugeben.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

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    Original von palmus
    Hallo,

    hinsichtliche der Europäischen Zentralbank findet man so viel geschrieben. Aber je mehr ich gelesen habe, desto verwirrter bin ich.

    Folgende Aufgabenstellung habe ich zu bewältigen:

    Die Europäische Zentralbank beschließt eine Erhöhung der Leitzinsen und setzt den Zinssatz für Wertpapierpensionsgeschäfte um 0,5% nach oben.

    In welcher Situation wird die Zentralbank diese Maßnahme ergreifen ....

    Es ist eigentlich immer eine Kombination aus vielen Faktoren:

    • Deutliche Überschreitung des EZB Zielkorridors (knapp unter 2 Prozentpunkte) für Inflation
    • Bei bestehender Gefahr der wirtschaftlichen Überhitzung (Beispiel: Immobilienblase in USA)
    • Zu starkes Geldmengenwachstum (nicht gleichbedeutend mit Inflation), da langfristiger Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum und Inflation
    • Wechselkurspolitik
    • ....
    Zitat

    Original von palmus
    und welche Wirkung erwartet sie? (Wirkungszusammenhang zwischen Ziel und Maßnahme ausführlich)

    Ziel: Preisniveaustabilität;

    Maßnahme: Entziehung von Liquidität (Geldmenge) des Bankensystems und somit konkludent des nicht-intermediären Sektors

    Langfristiger Zusammenhang: Quantitätsgleichung;
    Kurzfristiger Zusammenhang: auch nicht monetäre Elemente, daher bspw. P-Stern-Ansatz

    Zitat

    Original von palmus
    Geben Sie an, welchem Ziel eine Erhöhung bzw. eine Senkung der Leitzinsen durch die EZB jeweils dient. Begründen Sie, warum eine Erhöhung des Leitzinses sicherer zum Erfolg führt als eine Senkung.

    Hauptziel: Preisniveaustabilität

    Nebenziele wenn Hauptziel nicht gefährdet:

    • Wachstum
    • Beschäftigung
    Zitat

    Original von palmus
    Erklären Sie, wie sich eine Erhöhung der Mindestreservesätze auf die Rentabilität der Geschäftsbanken auswirken kann.

    Je höher der Mindestreservesatz, desto weniger Geld können die Geschäftsbanken (auch unter Berücksichtigung des Multiplikationseffektes) verleihen. Je weniger Geld verliehen wird, desto geringer ist die Zinssumme, die sie daran verdienen. Wobei bei der Zinssumme auch der Kompensationseffekt von steigenden Zinsen durch die Verknappung der Geldmenge berücksichtigt werden muss.

    Hoffe ich konnte dir mit ein paar Anregungen helfen,
    Christian

    Zitat

    Original von matthias86
    Ich meine, dass die Konsumzurückhaltung z.T. auf den stagnierenden Reallöhnen beruht. Die Lohnerhöhungen müßen immer im Gleichgewicht sein (Inflation+Prduktivitätszuwachs-ein paar Zehntel Prozent, da die Inflationsrate überzeichnet ist). Demnach müßten letztes Jahr die Löhne in der BRD etwa um 3,5 % gestiegen sein, tatsächlich warens glaub ich 1,9 %. Die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre hat die Krise wohl erst so schlimm gemacht, wie sie ist. Gleichwohl dürfen die Lohnerhöhungen auch nicht viel höher als diese Formel sein, wie es Ende der 70er Jahre geschah.Die Zurückhaltung bei den Erhöhungen der letzten Jahre hat die Arbeitskosten für einen ausländichen Investor um ein paar Prozentchen billiger gemacht, aber die Euro Aufwertung hat sie um sagenhafte 35% verteuert. Das sollte man in dem Zusammenhang auch irgendwo einmal erwähnen.

    Falls sich ein Gleichgewicht bildet wie Du es sagst, haben wir aber ein kleines Problem dabei: Ein keynessianisches Unterbeschäftigungsgleichgewicht, wenn ich mich noch recht an meine Makro-VO letztes Semester erinnere. :baby:

    Euch allen ein schönes Wochenende!

    Alles sehr richtig aus meiner Perspektive, dem kann man nur zustimmen.

    Dennoch möchte ich erheblich zu bedenken geben, dass die Faustformel der Lohnerhöhung (Inflation + Produktivitätszuwachs) eine Obergrenze aus meiner Sicht darstellt und daher auch nicht erreicht werden sollte. Denn der Produktivitätszuwachs begründet sich mehrheitlich nicht auf die Arbeitskraft, sondern auf das Sachkapital. Daher macht es keinen Sinn einen Arbeitnehmer in der vollen Höhe des Produktivitätszuwachses entlohnen, da er kein Risiko und kein Beitrag an den Investitionen trägt, die für mit den Produktivitätszuwachs einhergehen. Weiterhin sollte man beachten, dass der Produktivitätszuwachs in Deutschland in den letzten Jahren teilweise durch Entlassungen erkauft wurde, d.h. sich die Produktivität nicht durch eine Mehrproduktion entstand, sondern durch Abbau der Arbeitsplatze und so die übrigen Arbeitsplätze produktiver wurden. Wenn man nun diese beiden Faktoren zusammen nimmt, dann sollte knapp über der Inflation entlohnt werden.

    Summa summarum haben wir dennoch in den letzten Jahren um ein paar Prozentpunkte zu wenig entlohnt.

    Mein idealisiertes Modell sieht so aus, dass die Arbeitnehmer durch ein bißchen Lohnverzicht (der dann in Aktien geht) an die Gewinnentwicklung via Aktien oder der gleichen angekoppelt werden. Dann würde auch verhindert werden dass die Gewerkschaften und die Unternehmer so gegensätzliche Positionen haben und die Motivation der Arbeitskräfte gestärkt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

    Mein Text war ja auch ganz und gar nicht auf dich oder auf Arthur bezogen sondern eben nur auf die beiden Paradigment.

    Zitat

    Original von matthias86
    Ja, das ist schon war. Ich meine nur, dass manche Ähnlichkeiten zwischen Heute und der Weltwirtschaftskrise im Bereich sinkender Reallöhne frappant sind.

    Die Reallöhne sinken/stagnieren in Deutschland und steigen in den meisten großen Industrienationen und steigen ebenfalls innerhalb der meisten Emerging Markets. Stagnierende Reallöhne sind nach meiner Erkenntnis ein Anzeichen dafür, dass sich ein Gleichgewicht in diesem Bereich bildet bzw. gebildet hat zwischen dem Produktivitätszuwachs und der Inflation.

    Zitat

    Original von matthias86
    Und wenn er weniger verdient kann der Konsument auch weniger ausgeben, oder? D.h., die Unternehmen merken, dass sie weniger absetzen und produzieren daher weniger.

    Stimme ich fast zu. In Deutschland liegt die Problematik eher sekundär bei den sinkenden Reallöhnen, da diese eher stagnieren (zwischen 1995 - 2004 ist laut Statistischem Bundesamt ein Rückgang von 0,9 Prozent zu verzeichnen), sondern eher an der Erhöhung der Sparquote und somit an der Konsumzurückhaltung. Die Erhöhung der Sparquote verläuft annähernd spiegelbildlich zum Konsumrückgang und die Ursache ist wohl hauptsächlich in der wachsenden Verunsicherung der Leute zu suchen.

    Zitat

    Original von matthias86
    Und nichts anderes hat Keynes gesagt: Die Produktion hängt von der Nachfrage ab. Ohne Käufer kein Produzent, sozusagen.

    Vollkommen richtig.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

    Ich glaube hier bahnt sich eine sehr interessante Diskussionsrunde an :D

    Ich bin kein Anhänger eines bestimmten Paradigma, da alle ihre inhärenten Vor- und Nachteile haben und man den Theorien an sich kaum Nachteile zum Vorwurf machen kann, da diese eben nur Theorien sind, die in einer theoretisch perfekten Gedankenwelt funktionieren und von völlig anderen Strukturen ausgehen. Um nur als Beispiel die Investitionsnachfrage zu nennen, bei der die Keynesianer von einer niedrigen Zinselastizität und die Neoklassiker von einer hohen Zinselastizität ausgehen.
    Diese Theorien wirken je nach strukturellen Art der Volkswirtschaft und der Situation in der sie angewendet werden anders. Daher kann man ex tunc die Anwendung eines wirtschaftspolitischen Konzeptes, dass von einer der beiden Theorien geprägt ist, in der speziellen Volkswirtschaft zu einer bestimmten Zeit kritisieren aber wohl nicht die Theorie als allumfassendes Werk.

    Daher gilt wie im Leben für mich, die Mischung machts, angewandt auf die jeweilige Situation.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

    Zitat

    Original von iron_net
    Die Frage bleibt weiter im Raum stehen: An wen ist denn dieser Appell gerichtet?

    An alle, die es hören wollen.

    Zitat

    Original von iron_net
    Was soll er bei wem bewirken?

    Diese Kampagne hat einen Impulscharakter und keinen dogmatischen Anspruch die Welt auf den Kopf zu stellen. Bewirken soll diese Kampagne, dass die positiven und schönen Seiten unseres Landes nicht immer vergessen werden, bei aller Kritik, die teilweise auch angebracht ist. Aber Leute, Augen auf, Deutschland hat so viele wunderbare Vorzüge zu bieten.

    Zitat

    Original von iron_net
    Und z. B. einem Langzeitarbeitslosen, der sich seit vielen Jahren täglich um einen Job bemüht, einzureden, er wäre nur zu wenig motiviert und sähe alles zu negativ, halte ich für zynisch.

    Man kann leider bei einer Bevölkerung von 82 Mio. Menschen, nicht jedem alles Recht machen. Daher ist dein Einwand zwar berechtigt, aber kein Grund diese Kampagne zu unterlassen, denn ich möchte dir auch in Erinnerung rufen, dass es in Deutschland nicht nur Arbeitslose gibt, sondern auch u.a. Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die nach Anerkennung und Motivation jauchzen. Es redet ja auch niemand davon, das Arbeitslose den Sinn für Realismus verlieren sollen durch die Kampagne. Motivation sowie Lob und Stolz auf das bisher Geleistete, kann man doch nicht negativ auslegen.


    Aber auch meine Frage bleibt im unbeantwortet im Raum stehen: ...wieso kritisieren wir eine solche Aktion dermaßen, anstatt auch die positiven Seiten zu sehen respektive hervorzuheben ???


    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian

    Kann ich mir nicht vorstellen, dass es da Probleme geben sollte. Ein Kumpel von mir war erst in Gießen für eine Woche eingeschrieben und hat sich dann dort wieder exmatr., um sich kurz darauf auf einer anderen Universität einzuschreiben. Verlief wohl alles ohne größere Probleme. Hoffe ich konnte dir ein bißchen Panik nehmen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Christian