Beiträge von Oeconomicus

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    Original von Markus
    Du suchst die Lösung für C(p) = 0. Das Problem ist dass es sich hier nicht um eine Normalinvestition handelt, d.h. es kann mehr als eine Nullstelle geben.

    Also in dieser Aufgabe handelt es sich definitiv um eine Normalinvestition, da nur einen Wechsel in der Zahlungsrichtung der Nettozahlungsstruktur gibt. Die Anschaffungsauszahlung erfolgt in t(0).

    Grüße,
    Christian

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    Original von luenendonk
    Diese Aussage ist so nicht richtig: "Die EZB bindet die Kreditinstitute mittels Mindestreservepflicht und anderen Instrumenten an sich selbst. Daher kann der Fall nie auftreten, dass Banken kein Geld von der EZB leihen wollen."

    Die EZB kann die Mindestreserve auf 0% setzen, und somit würde doch keine Bank dort Geld anlegen, oder bist du anderer Ansicht?

    Das die EZB dies tun kann steht außer Frage, denn für bestimmte Aggregate ist der Mindesreservesatz sogar momentan bei der EZB auf 0 Prozent. Aber die EZB würde sich nie selber den Teppich unter ihren Füßen wegziehen, indem sie auf jede Mindestreservebasis den Zinssatz an die magische 0 Prozentsatzgrenze drücken würde! Um in das noch begrifflich abzurunden: Die EZB betreibt eine angebotsindizierte Nachfragestimulierung. Somit ist der Fall einer Null NAchfrage im ausgeschlossenen Bereich!

    Zitat

    Original von luenendonk
    Mein Denkanstoß vorhin bezog sich auf diesen Punkit, denn wenn aufgrund der fortschreitenden Entbargeltisierung (Wortneuschöpfung g*) der Wirtschaft die Banken und die Bürger weniger Bargeld haben, warum sollte sich dann die Bank, gesetzt dem oben erwähnten Satz, Bargeld von der EZB leihen.

    Um die Mindestreservesoll zu erfüllen!


    Zitat

    Original von luenendonk
    Da die Mindestreserve nie 100% erreichen kann (praktisch zumindest) kann sich der Kapitalmarktzins doch nur tendeziell an der Mindestreserve bzw. den Leitzinsen orientieren.

    Die Geldmarktzinsen orientieren sich, wie ich oben ausführlich erläutert habe an den Leitzinsen und da die EZB den Leitzins setzt, determiniert sie aufgrund von Arbitragemechanismen den Geldmarktzins.

    Zitat

    Original von luenendonk
    Gesetzt dem Fall die Bargeldproblematik käme noch dazu, würde alle bis auf die Mindestreserve wegfallen, was auf die Kapitalmarktzinsen Einfluss nehmen könnte.

    Auch ohne Mindestreservesatz würde sich der Geldmarktzins immer noch an den Leitzinsen orientieren. Warum sollte jemand zu einem höheren Zins Geld ausleihen als er Zinsen bei der EZB zahlen müsste?

    Gruß,
    Christian

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    Wenn die Leitzinsen die Finanzierungsbedingungen auf dem Kapitalmarkt bestimmen, wie du sagst, warum hält sich der Kapitalmarkt an diesen Zinssatz, wenn die Kapitalmarktzinsen doch nicht direkt von der EZB beeinflusst werden?

    Die EZB determiniert den Geldmarktzins im kurzfristigen Bereich indirekt, weil es durch die Variation und das Setzen der Spitzenrefinanzierungsfazilität (Obergrenze) und Einlagefazilität(Untergrenze) einen Zinskorridor erschafft, in dem 99% aller getätigten Transaktionen auf dem Interbank Market stattfinden.

    Denn keine Bank wird sich zu einem höheren Zinssatz irgendwo refinanzieren, als es bei der EZB für eine Übernachtleihe zahlen müsste (Spitzenrefinanzierungsatz) und es wird auch keine Bank billiger Geld verleihen als sie bei der EZB für eine Geldeinlage über Nacht an Zinsen bekommen würde (Einlagefazilität). Das ist der Korridor, indem sich eigentlich alle Transaktionen abspielen. Derzeit, liegt dieser Korridor bei 1,25 bis 3,25 Prozent. Nun kommen wir zu dem woran sich die wichtigen Zinsen im Markt orientieren, dem Mindestbietungszinssatz, a.k.a Leitzins. Dieser Leitzins stellt denjenigen Zinssatz dar, für den sich die Banken Geld bei der EZB leihen können für eine range von einer Woche. Die Zinsen am Interbanked Market orientieren sich daran aus Arbitrageüberlegungen. Kein Wirtschaftssubjekt wird weniger Verlangen für eine Geldausleihe oder mehr bereit sein zu zahlen für eine Geldausleihe als es bei der EZB möglich wäre. Auch Banken sind gewinnorientierte Unternehmen und daher müssen diese auch betriebswirtschaftlich denken.

    Das sind die Gründe warum die EZB indirekt den Geldmarktzins bestimmt. Je weiter wir in den Rentenmarkt hineinkommen, desto weniger stark ist der Einfluss der EZB, da im längerfristigen Bereich andere Parameter und Variablen zunehmend an Gewicht gewinnen.


    Zitat

    Zumal die EZB-Zinsen für Bargeld gelten. Da die Banken weiterhin bemüht sind den Bargeldbestand zu verkleinern, welchen Grund sollten die Banken im Extremfall haben Bargeld bei der EZB zu leihen, wenn Sie dafür keine Abnehmer findet oder wie es im Augenblick noch der Fall ist, immer weniger Abnehmer, deshalb gehen ja die Einlagen bzw. Finanzierungen über die EZB zurück

    Die EZB bindet die Kreditinstitute mittels Mindestreservepflicht und anderen Instrumenten an sich selbst. Daher kann der Fall nie auftreten, dass Banken kein Geld von der EZB leihen wollen.


    PS: Erst etwas Primär- oder Sekundärliteratur lesen und erst anschließend kritisieren ;) Fragen sind dagegen immer erlaubt!

    Gruß,
    Christian

    In der VWL Theorie ist der marginale Zins derjenige Zins, zu dem gerade noch Investitionen getätigt werden. In der Geldpolitik ist es derjenige Zins, zu dem gerade noch Geld von der Notenbank an die Kreditinstitute zugeteilt wird (holländisches Verfahren). Die Berechnung ist natürlich abhängig davon, was du meinst.

    @ k_2000:

    Um auf ein anderen Wachstumspfad mit höherem Outputwachstum zu gelangen gibt es verschiedene Möglichkeiten je nach Modell.

    Zunächst muss man versuchen den Konsum intertemporal zu optimieren, d.h. die marginale Spar- und Konsumquote müssen so angepasst werden, dass der Konsum maximiert wird. Es genügt natürlich nicht wie in der obigen Aussage "einen größeren Anteil des Volkseinkommens für Investitionen" bereitzustellen, da eine Investitionserhöhung über das intertemporal optimierte Maß mittelfristig zu weniger Konsum führt und dass die Absatzmöglichkeiten verringert. Daher der Optimierungsgedanke.

    Des Weiteren ist es wichtig, kommt darauf an, ob wir in exogen Wachstummodellen wie Sollow oder endogenen wie dem AK-Modell befinden, dass möglichst viel Humankapital akkumuliert wird. Humankapitalbildung hat viele expotentielle Wirkungen auf das Wachstum, da es Spill-over-Effekte, Cluster-Effekte gibt.

    ....

    Am Besten diskutiert man die Bedingungen für einen höheren Wachstumspfad für jedes einzelne Modell.


    @ Sabine-123:

    An dieser Stelle muss ich leider einmal intervenieren! Hast du wohl nett gemeint, aber dennoch bringst du fast alles durcheinander. Folgendes ist nicht böse gemeint, lediglich Ergänzungen und Korrekturen.


    Zitat

    Original von Sabine-123
    Ich sage mal, was ich so spontan dazu sagen kann.

    Einkommen=Konsum+Sparen versteht sich von alleine

    Sparen=Investitionen weil natürlich das Geld in der Bank liegt und die es an Investoren verleihen, jetzt mal ganz grob gesagt, aber überall in der VWL sagt man S=I, kannst das ruhig als "Gottgegeben" ansehen

    Diese Gleichung ist lediglich eine definitorische Gleichung, hergestellt, indem man sagt, dass es geplante und ungeplante Investitionen gibt. Letztere sind Güter die auf lager gehen, die nicht verkonsumiert wurden. Das gesparte Geld auf der Bank hat damit nur marginal etwas zu tun!

    Haushalte können: C + S
    Unternehmen: C + I

    Die treibende Komponente ist C, die von den Haushalten bestimmt wird. Eben nur soviel können die Unternehmen verkaufen. Der Rest der hergestellt wird geht eben auf Lager und wird als Investition gezählt. I ungeplant und S sind eben nur Residualkomponenten.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    So, jetzt muss man sich überlegen was notwendig ist, damit S möglichst gross wird oder gross bleibt.

    Wenn das Einkommen zu 100% verkonsumiert wird, ist S bzw. I = 0,
    dass ist der Fall wenn man das Einkommen vollständig für die Lebenshaltung ausgeben muss.

    Ein optimales Wachstum wird nicht erreicht durch die Maximierung von Sparen.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Aus Gründen der Vorratshaltung ist selbst beim Zinssatz von 0% ein gewisses Sparen vorhanden, aber mit steigenden Haben-Zinssatz steigt auch der Anreiz zum sparen - S wird dann grösser.

    Im keynesianischen Gedankengut ist das Sparen lediglich eine Restgröße von Konsum. Im neoklassischen Gedankengut ist es lediglich vom Zins abhängig.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Ein Einwurf: Zinssatz minus Inflation ist wichtig. Hat man 20% Zinssatz und 5% Inflation, sollte man grob mit 15% Zinssatz rechnen - würde zu weit führen jetzt zw. einzelnen Produkten oder Warenkörben zu unterscheiden.

    Das ist die berühmt berüchtigte modifizierte Fisher-Identität.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Also Zinssatz ist hier das wichtige. Der wird durch Angebot und Nachfrage im Finanzwesen (Banken) bestimmt.

    Der Zins wird auf dem Kapitalmarkt bestimmt und nicht im Finanzwesen der Banken.
    Ich abstrahiere jetzt einmal von Kreditrationierungsgedanken usw...

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Mehr Zinssatz als die Produktivität des Kapitals erreicht, wird der Sparer nicht langfristig bekommen können.

    Das Grenzprodukt des Kapitals ist der Zins!

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Das Stichwort ist "Hebelwirkung des Fremdkapitals" d.h. der Unternehmer kann max. x% Zinsen für Kapital zahlen, wenn er nicht weniger als x% daraus selbst erwirtschaftet. (Also so in etwa, auf die Aufgabe hier mal etwas angepasst - musst Dir das aber genauer anschauen - für meine "Umgangssprache" kriegst du keine 90 Punkte) .

    Sehr strange Formulierung ;)

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Beim Sparen ist auch die Ausgabenpräferenz der Einzelnen (Haushalte) zu berücksichtigen. Manche verdienen Millionen und sparen nichts, andere sind "arm" und sparen 30% des Einkommens – man muss sie also z.B. durch Zinssatz zum mehr Sparen bewegen.

    Das nennt man marginale Konsum und marginale Sparquote. Je mehr Einkommen man hat, desto geringer wird die marginale Konsumquote und dementsprechend höher die marginale Sparquote.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    An der Stelle ist der Begriff des „Generationenkonflikts“ zu nennen.
    Hat hier nichts mit Rente an sich zu tun. Ist so ein Oberbegriff für die Problematik, dass das heute Gesparte für die Ausgaben heute fehlt, allerdings in der Zukunft Rendite bringt.

    Das hat nun wirklich nix mit dem Generationenkonflikt zu tun!

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Manche haben heute lieber 90€, als in 12 Monaten 100€..

    Das nennt man Konsumpräferenz.


    Zitat

    Original von Sabine-123
    Auch wenn Du es nicht glaubst, der Mensch verhält sich nicht immer wie ein „homo economicus“.

    Der Mensch verhält sich nie wie ein homo oeconomicus, da dieses lediglich ein theoretisches Modellbild ist und kein Menschenbild. Um sich wie ein homo oeconomicus zu verhalten benötigt man eine vollkommene Rationalität! Menschen sind lediglich beschränkt rational (bounded rationality), da sie immer eine Kosten/Nutzen-Analyse machen, inwiefern eine weitere Einheit an Information mit den Kosten vereinbar sind, die sich aus ihrer Beschaffung ergeben.

    Gruß,
    Christian


    [ Edit: Wie immer 'in aller Kürze' :D ]

    Du sitzt schon lange an diesen Beispielen und weißt nicht was abzinsen ist?

    hmmm 8o

    Da müsste man jetzt ganz ganz ganz vorne anfangen, dafür habe ich (leider) momentan keine Zeit.

    PS: Schau doch einfach mal im Internet, dazu finden sich tausende Seiten, weil das finanzmathematische Basics sind.

    Gruß,
    Christian

    a) Du musst einfach nur den Zahlungsstrom mit dem kalkulatorischen Zinssatz auf t(0) abzinsen. Danach subtrahierst du den abgezinsten Nettozahlungsstrom mit der Anfangsauszahlung von 1000. Ist der daraus folgende Kapitalwert ist die Investition vorteilhaft.

    Kapitalwert der Investition: 111,651

    Nun musst du den abgezinsten Bruttoertragswert mit der Nullaternative (alternative Anlage am Kapitalmarkt) vergleichen.

    Bruttobarwert: 1111,651
    Nullalternative: 1157,625

    Daraus siehst du, dass die Anlage am Kapitalmarkt im Vergleich zur Investition vorziehenswürdig ist.

    Das heißt, wenn du die Wahl zwischen der Investition und der Anlage am Kapitalmarkt hast legst dann legst du dein Kapital am Kapitalmarkt an.

    b) Du machst einfach eine lineare Interpolation und setzt prozentuale Schätzwerte ein. Das wiederholst du solange bis du einen Kapitalwert von Null ermittelt hast.


    Grüße,
    Christian

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Nur zur "im engeren Sinn":

    wenn ich jetzt nichts verwechselt habe, dann geht es um reine Profite
    und nicht um sog. Normalgewinn.

    Also der Normalgewinn ist in etwa das was der "Chef" als Gehalt verdient.
    Profite dann eben die Rendite die anfällt bzw. die Unternehmensgewinne
    (wohl nach Besteuerung).


    Wenn ich was verwechselt habe - bitte um Korrektur.

    Zitat

    Original von Steffi_22
    "Mit steigendem Zinssatz für Fremdkapital sinkt (auch bei einer ausschließlich mit Eigenkapital finanzierten Unternehmung) der Unternehmergewinn im engeren Sinn."


    Es geht hier definitiv um pagatorische Gewinne, die bei einem vollständig mit Eigenkapital finanzierten Unternehmen den Gesamtkapitalgewinnen entsprechen.

    Gruß,
    Christian

    Kannte bis eben diesen Namen auch nicht, sieht aber so aus als wäre es nur ein anderer (nicht gebräuchlicher) Name für die Euler-Bedingung. Falls es sich auf die Haushaltstheorie bezieht könnte damit die intertemporale Optimierung des Konsums gemeint sein, aber falls es sich auf die Produktionstheorie bezieht schau einfach mal unter dem Eulersches-Theorem.

    Gruß,
    Christian

    Zitat

    Original von Para
    Nun meine eigentliche Frage :

    Läßt sich dieses Wirtschaftssystem in der Zeit, wo der Weltmarkt boomt und im Grunde Jeder von Jedem abhängig ist, sei es in Bezug auf Rohstoffe oder industrielle Güter, überhaupt verwirklichen ?

    Nein, definitiv nicht!

    Zitat

    Original von Para
    Was sind die Nachteile dieses Wirtschaftssystems ?

    Wohlfahrtsverluste en masse; Ineffektivität der deutschen Volkswirtschaft und damit einhergehende Verarmung der Bevölkerung; extreme Beschränkung der Freiheit aller Wirtschaftssubjekte (nicht nur Unternehmer, sondern besonders der Konsumenten); .....

    Allein die ökonomisch damit einhergehenden Nachteile würden jegliches Maß des ertragbaren überschreiten. Ganz davon zu schweigen, von den nicht-ökonomischen Folgen...