Beiträge von cezisj

    Ich würde mal das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz anschauen. Hohes B-Niveau und Preisniveaustabilität sind zwei Ziele mit Konflikt. Philips-Kurve und Bemerkungen durchgehen.

    Außerdem immer Situationsbedingt: Bundesbank bevorzugt P-Niveaustabilität, während sich die Bundesregierung eine hohes B-Niveau wünscht.

    Sherlock,

    Formalismus ist die Sache eines jeden Einzelnen. Ich persönlich bevorzuge verbale Argumentation gegenüber der formalen. Grafische Lösungen sind immer toll. Wenn dein Professor Formalfetischist ist, gefällt es ihm sicher.

    Die Walras-Stabilität findest du im o.g. Mikro-Tutorium: 50f. Weiteres am Wochenende.

    Gruss

    Jörg

    Sherlock,

    auf den ersten Blick ist deine Arbeit sehr formal orientiert. Es braucht daher Zeit. Erst Freitag finde ich ausführlich Zeit dazu.

    Anbei ein Link für ein sehr gutes Mikro-Tutorium. Vielleicht kannst du hiervon was rausnehmen? http://www.ag-vwl.de/index.php?id=78&no_cache=1&file=30&uid=90

    Auf den ersten Blick frage ich mich, warum du eine Indiffernzkurvenanalyse durch führst. Ich selbst würde dies durch die Walras-Stabilität ersetzen.

    Spätestens Samstag melde ich mich wieder.

    Gruss

    Jörg

    Sherlock,

    schau doch mal in diesen Tread: Monopole und Polypole Ebenfalls die Zusammenfassung von Wikipedia ist hilfreich: http://de.wikipedia.org/wiki/Polypol

    Ansonsten möchte ich mich deinem Professor anschließen. Die Preisbildung ist bei beiden Marktformen elementar verschieden. Dies kann gut in der Synthese herausgearbeitet werden. Zusammen mit einführenden Gedanken und den für das Modellverständnis wichtigen Prämissen sowie einer Zusammenfassung müssten 20 Seiten fast zu leicht zu füllen sein. Es werden eher mehr. Für Modellerklärungen eigenen sich bestens Grafiken - eine viertel bis halbe Seite!

    Poste doch mal einen Gliederungsvorschlag incl. Seiteneinschätzung! Vielleicht finden wir Unwichtiges zu streichen bzw. Wichtiges zu ergänzen?

    Gruss

    Jörg

    Cindy,

    kannst du Problematik bitte präzisieren? Vielleicht kannst du zumindest den Kontext angeben?

    Wahrscheinlich geht es um den Unterschied zwischen ex-ante und ex-post Anaylsen und den Ausgleich dazwischen über das Sparen?

    Gruß

    Jörg

    Sherlock,

    recht hast du. Allerdings gehst du bei der Betrachtung von der Perspektive eines einzelnen Unternehmens aus. Hier gilt Taylorismus bzw. Fordismus.

    In volkswirtschaftlichem Kontext betrachtet man Aggregate. D.h. ein ganzes Land spezialisiert sich auf die Produktion von Weizen, ein anderes auf Wein. Beide können durch ausschließliche Produktion des einen Gutes mehr produzieren (Transformationskurve). Die durch Spezialisierung erzeugte Mehrproduktion muss getauscht werden, um einen Warenkorb mit allen Gütern zu erhalten. Das Weizenland ist jedoch vom Weinland abhängig (und umgekehrt). Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile steckt dahinter. Da in einer arbeitsteiligen Weltwirtschaft alle Länder profitieren überwiegt der gesteigerte Wohlstand. Die Abhängigkeit ist daher vernachlässigbar.
    Zieht man neben den monetären Größen auch externe Effekte, z.B. Friedenssicherung & Völkerverständigung mit in die Betrachtung ein. Ist Arbeitsteilung strikt zu bejahen.

    Gruß

    Jörg

    Zitat

    Original von Daxx
    Wenn die Unternehmensgewinne steigen müssen wachsende Beiträge an die Arbeiter ausgeschüttet werden, so daß das Unternehmenswachstum gedämpft wird. In einer Rezession /Verlustphase fallen diese Kosten nicht an bzw. sinken zumindest!

    Meiner Meinung nach sind gewinnbeteiligte Arbeitnehmer kein automatisher Stabilisator, vielmehr wirken sie destabilisierend.

    Eine Minderung der Unternehmensgewinne durch Tandieme und eine dadurch induzierte Dämpfung des Unternehmenswachstums sind empirisch nicht für die Gesamtheit aller Wirtschaftssubjekte belegt. Diskretionär mag diese Argumentation Anwendung finden, nicht jedoch auf aggregierter Ebene.

    Vielmehr erhöht sich das Einkommen stärker, da mit steigenden Löhnen (=Budget der HH) der Konsum steigt. Dies ist also ein verstärkender Effekt, da der Konsum vom Einkommen abhängig ist. Gestiegener Konsum führt zu steigender Nachfrage und induziert somit Unternehmenswachstum. Parallel steigt das Preisniveau weiter.

    Für rezessive Phasen gilt dies ebenfalls.

    Vielmehr kommt es auf die Ausgestaltung der Gewinnbeteiligung an.

    Nicole,

    sind Monopole bzw. Polypole in einer Volkswirtschaft wie der Deutschlands grundsätzlich abzulehnen?

    Das Mono- bzw. Polypol sind extreme Marktformen (vgl. Markttypologie bei H. von Stackelberg). Durch bestimmte Prämissen. z.B. vollkommener Markt, treten diese Extremformen selten in der Realität auf. Häufiger sind Mischformen, z.B. monopolistische Konkurrenz, an zu treffen.

    Das Monopol beschreibt einen Markt, in dem ein Wirtschaftssubjekt die Möglichkeit hat, Einfluss auf den Preis aus zu üben. Durch die quasi beliebige Preisgestaltung lassen sich überdurchschnittliche Gewinne für das entsprechende Wirtschaftssubjekt realisieren (Cournoutscher Punkt).
    Generell sind Monopole eher negativ zu bewerten, da wegen ineffizienter Allokation gesamtwirtschaftlich suboptimale Wohlstandsniveaus erreicht werden (Konumenten- & Produzentenrente). Im Einzelfall (z.B. Gewaltmonopol des Staates) können sie durchaus sinnvoll sein.
    Es gibt mehrere Ursachen für Monopole (Mankiw 2002: 338ff.). Diese liegen in den Eintrittsschranken eines Marktes. Zum einen gibt es das Monopol eines Alleineigentümers. Hierbei steht ein Produktionsfaktor, Rohstoff, o.Ä. nur einem einzelnen Wirtschaftssubjekt zur Verfügung, das beliebig damit wirtschaften kann. Eine Oase in der Wüste gehört z.B. nur einem einzelnen Stamm. Er kann beliebig hohe Preise für Wasser verlangen. Weiterhin kann ein Monopol durch staatliche Legitimation existieren. Hierbei gewährt der Staat per Gesetz einem Wirtschaftssubjekt die alleinige Nutzung eines Produktionsfaktors. Beispielsweise gewährt der Patentschutz das Recht als Einziger die Erfindung zu nutzen. Zuletzt gibt es ein natürliches Monopol. Der Monopolist verzeichnet steigende Skalenerträge (sinkende Durchschnittskosten) und kann deshalb billiger als mögliche Konkurrenten produzieren. Für Dritte bestehen keine Anreize in den Markt ein zu treten.

    Das Polypol beschreibt einen Markt, in dem kein Wirtschaftssubjekt Einfluss auf den Preis hat. Zwar hat der einzelne Einfluss auf den Preis. Bei unendlich vielen Einzelnen haben aber alle den gleichen Einfluss und somit keiner eine dominante Stellung. Die Preisbildung kann gut mit der Walras-Stabilität erklärt werden.
    Das Polypol kennzeichnen verschiedene Annahmen:
    - atomistische Konkurrenz (viele Anbieter und viele Nachfrager)
    - Homogenität der Güter
    - Homogenität der Präferenzen
    - Punktmarkt
    - unendliche Reaktionsgeschwindigkeit
    - keine Markteintritts und -austrittsbarrieren.
    In der Realität sind diese Annahmen selten erfüllt. Am ehesten kommt die Börse an ein Polypol heran.
    Langfristig werden wg. Marktein- und austritten in einem Polypolmarkt theoretisch keine Gewinne realisiert. Allerdings haben Konsumenten immer die besten Bedingungen und Innovationen werden rasch umgesetzt.

    Die Ablehnungsfrage lässt sich demnach nur schwer beantworten. Generell muss bei dieser Frage nach den Kriterien der Ablehnung gesucht werden. Hier ist von einer grundsätzlichen Ablehnung die Rede. Weiterhin erfolgt die Eingrenzung des Untersuchungsraumes auf Deutschland.
    Da Deutschland in hohem Maße von hoher Produktivität geprägt ist, ist der Stellenwert der Produktionsfaktors Wissen hoch. Wissen entspringt aus technischem Fortschritt, also der Wirkungskette Invention (Erfindung), Innovation (ökonomische Nutzung der Erfindung) und Diffussion (Verbreitung). Innovationen werden in beiden Marktformen gefördert.
    Ein Polypol bedeutet das Bieten bester Bedingungen für den Konsumenten. Dieser profitiert davon. Innovationen werden rasch umgesetzt um einen Produktionsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu haben (eigenliche wäre mit Prozess- oder Produktinnovation die Homogenitätsprämisse der Güter verletzt --> keine Polypol sondern monopolistische Konkurrenz).
    Monopole sind wegen Übervorteilung Einzelner ab zu lehnen. Im Einzelfall sind sie jedoch sinnvoll und auch akzeptabel.Private Forschungseinrichtungen nutzen den Urheberrechtsschutz und erhalten durch höhere Marktpreise ihre FuE-Investitionen zurück. Es besteht weiterhin Anreiz zur FuE-Investitionen. Neue Erfindungen sind die Folge.
    Somit sind beide extremen Marktformen nicht grundsätzlich in Deutschland ab zu lehnen.

    Ich wünsche dir mit den Anregungen viel Spass und Erfolg.

    Jörg

    Sherlock,

    das Thema Polypol/Monopol ist, wie du schon festgestellt hast, sehr umfangreich. Deswegen frage ich mich, ob für deine Seminararbeit keine präzisere Fragestellung vorliegt? Eine Gliederung werde ich dir nicht vorschlagen, jedoch nennenswerte Aspekte zur Sprache bringen. Zudem sei auf Einführungsliteratur der Mikroökonomie verwiesen.

    Die zwei völlig gegensätzlichen idealtypischen Marktformen sind das Polypol und das Monopol. In der Realität treten meist Mischformen (z.B. monopolistische Konkurrenz) auf. Eine gängige Markttypologie hat H. von Stackelberg entwickelt.

    Je nach Form des Marktes ergeben sich unterschiedliche Prozesse der Preisbildung. Vor allem die Kostenverläufe von Gesamt-, Grenz- und Druchschnittskosten unterscheiden sich. Eine Interpretation mittels Walras-Stabilität und Cournoutschem Punkt bietet sich an.

    Vor allem vor wettbewerbspolitischen Hintergrund ist ein Vergleich interessant. Sind Monopole gerecht? Wann sind sie sinnvoll? Gibt es Transformationstendenzen? Wenn ja, welche? Wie wirkt sich dies auf den Wohlstand aus?

    Ich wünsche Dir viel Spass mit den Anregungen und Erfolg

    Jörg