Hi Philipp,
ich weiss nicht, ob ich noch auf dem aktuellsten Stand bin, es hat sich ja in den letzten paar Jahren einiges getan in Punkto Abschlüsse und Prüfungsordnungen... (Diplom-Abschluss für Wirtschaftswissenschaftler gibt's glaub ich gar nicht mehr, oder?).
Ich hab auf jeden Fall VWL in München studiert (B.A.), schwerpunkt Finanzmarkttheorie und Spieltheorie.
Ich glaube, dass du dir nicht sofort bei der Einschreibung über den Verlauf der nächsten 4-5 Jahre im klaren sein musst... (wie soll das auch gehen? Meiner Erfahrung nach hat man nach der Schule keine Ahnung davon, was auf einen zukommt, das ist mit dem Schulstoff nicht vergleichbar).
In den ersten paar Semestern dürften alle Wirtschaftsstudenten, egal welcher Fachrichtung, so ziemlich die selben Fächer belegen (müssen), zumindest an einer staatlichen Hochschule. Danach sollte man mit relativ wenig Aufwand auch in einen anderen Studiengang wechseln können (zu meiner Zeit (Abschluss 07 glaub ich :D) war's so, dass viele BWLer nach dem Grundstudium in VWL gewechselt haben, ging problemlos).
Wenn du nicht wechsel-/umzugsscheu bist, würde ich dir empfehlen zuerst an ne große Uni mit viel Auswahlmöglichkeiten zu gehen (büschen ausprobieren)... wenn du dir dann darüber im klaren bist, wo die Reise hingehen soll, kannst du ja noch auf eine andere wechseln, deren Angebot deinen Zielen mehr entspricht.
Übrigens: Wenn du in den Finanzsektor willst: Die beste Uni weltweit dafür dürfte im Moment die EDHEC Business School sein, ein Abschluss dort ist so eine Art Urkunde für freie Job-Wahl. Das ist aber eher was für Fortgeschrittene (MSc und PhD) und Leute, die sich's leisten können ;):
EDHEC Business School - Study finance, marketing, management, strategy in France / Europe
VWL-Mathe ist machbar, ich hab Mathe auch erst im letzten Jahr in der Schule so halbwegs gelernt (wegen der Abi-Prüfung, davor uninteressiert = Totalversager). In VWL brauchst du Analysis und Statistik, ersteres ist einfach und immer das selbe, zweites wird dir im Studium ziemlich gut beigebracht. Mit Matrizen und Vektoren wirst du manuell nur gelegentlich rumrechnen müssen, ist aber recht einfach gehalten, weil ne Klausur ja nicht 20 Stunden dauern darf.
Das schwierige in Klausuren ist normalerweise die richtige Modellierung für ein Problem zu finden, die Rechnerei geht irgendwann von selbst.
Fazit: Ich fand VWL (bis auf 1-2 Pflichtfächer) interessant, so schwer ist es auch nicht, selbst wenn man eher komplizierte Veranstaltungen wählt. Ich arbeite übrigens für ne kleine, feine Medienfirma im Bereich alternative Investments (Hedge Fonds, Managed Futures Fonds, Nischeninvestments) als Redakteur und Researcher.
Gruß,
granti