Hi,
hmm, lang ist's her, ich versuche mich mal daran und bitte schon vorsorglich um Nachsicht :D:
Zunächst mal ein Link zu einer Seite, die das Modell m.E. ganz gut zusammenfasst:
SOLOW GROWTH MODEL
Zu deinen Fragen:
Der Steady-State-Punkt ergibt sich letztendlich aus der Tatsache, dass Ersparnisse und Investitionen in einer (geschlossenen) Volkswirtschaft gleich hoch sein müssen (geht ja nicht anders).
Die Investitionen lassen sich in Neu- und Reinvestitionen aufsplitten.
Wenn nun die Ersparnisse höher sind als der Kapitalverschleiß (Abschreibungen), geht die Differenz in Neuinvestitionen, wodurch sich dr Kapitalstock erhöht. Sind die Ersparnisse kleiner als der Kapitalverschleiß, dann sinkt der Kapitalstock so lange, bis der Kapitalverschleiß genau durch die Ersparnisse ausgeglichen werden kann.
Das sind dann die beiden Wege zum Steady State.
Die Form der Kurven ergibt sich aus dem Koordinatensystem:
Man trägt ja Y in Abhängigkeit von K ab.
Die Abschreibungen sind linear, weil in dem Modell eine konstante (vom Kapitalstock unabhängige) Abschreibungsrate unterstellt wird. Kurz: Maschinen gehen immer gleich schnell kaputt. Je größer der Kapitalstock ist, umso mehr Maschinen müssen also ersetzt werden.
Die Form der Sparfunktion ergibt sich indirekt aus der Form der Output-Funktion (weil ja ein Teil des Outputs gespart wird).
Die Output-Funktion ist eine Kurve, weil sie den pro Kopf-Output in Abhängigkeit vom Kapitalstock widergibt.
Der Output wird mit einer Cobb-Douglas-Produktionsfunktion modelliert, deren zentrale Eigenschaft ja die der sinkenden Grenzerträge ist (der zusätzliche Output, der mit einer weiteren Einheit Kapital von einer Einheit Arbeitskraft produziert wird, nimmt also mit zunehmendem Kapitalstock ab).
Diese beiden Annahmen sind durchaus nicht unrealistisch, wenngleich sie natürlich stark einschränkend wirken.
Die Ersparnisse sind der Output, der nicht konsumiert wird. Das bezieht sich (in allen mir bekannten Modellen) auf die Haushalte. Unternehmen machen in der ökonomischen Theorie i.d.R. keine Gewinne.
Zum Grenzprodukt:
An der Kurve kann man (in diesem Fall) ablesen, dass das Grenzprodukt sinkt.
Die Rechtskrümmung der Kurve besagt, dass jede neue, zusätzliche Einheit an Kapital den Gesamtoutput weniger erhöht, als die Vorangegangene.
Das Grenzprodukt ist hier übrigens das Grenzprodukt des Kapitals, nicht jenes der Arbeit (auf der x-Achse ist K abgetragen).
...und, wie schon erwähnt, sind in diesem Modell "pro-Kopf"- Werte abgetragen.
D.h. aus der Fläche unter der Output-Kurve lässt sich nichts bzgl. Arbeitsproduktivität oder Löhnen ablesen. Die Fläche unter dem Graphen besagt eigentlich nichts, außer der Tatsache, die man schon aus der Krümmung des Graphen ablesen kann: Fallende Grenzerträge.
So, hoffentlich war das jetzt irgendwie hilfreich 
Grüße,
- granti