Bitte dringenst um Hilfe! Thema Konjunktursteuerung/Fiskalpolitik

  • Hallo, ich muss in VWL eine Facharbeit zu dem Thema: Timeings- und Dosierungsproblematik zur Steuerung der konjunkturellen Lage anfertigen.
    Ich habe nur noch bis zum 08.März Zeit und ich stehe total aufm Schlauch.
    Ich bin für jeder Art von Hilfe äußerst dankbar.

    LG

  • Ich stehe ehrlich gesagt mehr oder weniger im Dunkeln, ich weiß einfach nicht, was genau dazu gehört.. zu Timeing würde ich evtl. die Wirtschaftsindikatoren nehmen, weil mein Lehrer meinte: "Einschätzung der Konjunktur" Und zu Dosierung meinte er Akzelerator- und Multiplikatoreffekt. Das ist aber nicht alles meinte er...

  • Peju:

    Ok, hier mal ein paar Hinweise... ich weiss halt nicht, was genau von dir erwartet wird, deshalb bin ich ein wenig überfragt...

    Zum Timing:
    Nehmen wir an, es stellt sich nachträglich raus, dass das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2007 extrem niedrig war; diese Erkenntnis muss erst von Instituten berechnet (/geschätzt) werden, und es dauert einige Monate, bis der "Schätzer" alle relevanten Daten hat; dann muss mit diesen Daten gerechnet werden, was nochmal ein paar Wochen dauert...
    Wenn dann eine einigermaßen verlässliche Schätzung über das BIP in Q4 veröffentlich wird, befinden wir uns schon im Februar des Folgejahres.

    Eine die Wirtschaft unterstützdende Fiskalpolitik muss nach dieser Erkenntnis aber erst mal erarbeitet und beschlossen werden; bis das der Fall ist, haben wir April.

    Dann wird im Mai ein "Kunjunkturpaket" beschlossen, das das niedrige BIP vom Quartal 4 des vorangegangenen Jahres als Ausgangssituation berücksichtigt hat, und niemand weiss, ob das BIP aktuell schon wieder so hoch ist, dass man die Volatilität des Volkeinkommens nicht noch erhöht, anstatt sie (wie geplant) zu senken.


    Dosierung:
    Das nächste Problem: Wie groß (in Euro) soll das "Konjunkturpaket" sein?
    Das hängt wiederum von den (wiederum nur schätzbaren) Multiplikatoren ab...
    Hier mal die Formeln für Multiplikatoren (interessant ist der Staatsausgabenmultiplikator):
    Multiplikator (Volkswirtschaft - Wikipedia)

    Dieser ist auf Wikipedia noch relativ einfach dargestellt...
    Letzendlich hängt der Staatsausgabenmultiplikator von einigen Variablen ab, die nicht genau, und nicht ohne time-lag schätzbar sind.

    Da gibt's also wieder ein Problem.

    Last, but not least:
    Wenn du gern Risiken eingehst (=Facharbeitsnote 1 oder 6, abhängig von der Fähigkeit des Lehrers), könntest du auch argumentieren, dass fiskalpolitische Maßnahmen grundsätzlich zum Scheitern verurteilt sind, und zwar anhand der Lucas-Kritik:
    Lucas-Kritik - Wikipedia

    Dieser Aufsatz ist die bekannteste Kritik an der Theorie von Keynes, nach der der Staat mit Fiskal- und Geldpolitik zum maximalen Wirtschaftswachstum hin steuern kann.

    Die Idee hinter der Kritik ist die, dass die Individuen in einem Staat die Konjunkturprogramme der Regierung "vorhersehen" und deshalb ihr Verhalten nach der staatlichen Geldspritze nicht verändern.
    Damit wäre jede Politik der Konjunktursteuerung zum Scheitern verurteilt.

    Ok, ich hoffe, dir damit einen Rettungsanker zugeworfen zu haben... wenn du weiterhin Probleme haben solltest, einfach nochmal Fragen.

    Grüße,
    -granti

    P.S.:
    Wichtig für die Facharbeit ist natürlich, dass du gute Quellen hast (mein Geschreibsel hier und Wikipedia werden dich da nicht weiter bringen, du brauchst Aufsätze und/oder Bücher zu dem Thema)... vielleicht einfach mal nen Assi an einem Makroökonomik-Lehrtstuhl fragen (per mail)...
    ...der kann sicher einiges an geeigneter Literatur empfehlen.