Gewinn beim Monopol

  • Hallo zusammen!

    Beim vollkommenen Markt gibt es ja bekanntlich Unterschiede zwischen der kurzfristigen und langfristigen Gewinnsituation.
    Wenn ein Unternehmen negative Gewinne verbucht, muss es vorerst nicht aus dem Markt austreten. Wenn es erwartet, dass entweder Preise wieder steigen oder es die Kosten senken kann, wird es kurzfristig weiter produzieren.
    Wenn aber die ökonom. und variablen Durchschnittskosten bei der optimalen Produktionsmenge über dem Marktpreis liegen, wird es schließen.
    Ich bitte, mich zu korrigieren, wenn nötig!

    Aber wie sieht das denn beim Monopol aus?
    Verbucht ein Monopol überhaupt Verluste?
    Eigentlich kann das Unternehmen doch die Preise so setzen, dass es seinen Gewinn maximiert.
    Gibt es dabei Unterschiede zwischen der langen und kurzen Frist?

    Eine Antwort würde mir sehr weiterhelfen!
    Danke und Gruß! T

  • Natürlich können auch beim Monopol Verluste entstehen, wenn der Kunde nicht bereit ist die anfallenden Kosten im Angebotspreis zu bezahlen. Natürlich gibt es lang- und kurzfristig Unterschiede, da die Mengen auch variieren. Bei Produkteinführung sind in der Regel erstmal kleine Mengen auf dem Markt und der Kunde ist bereit viel zu bezahlen. Langfristig steigen Angebotsmenge und Stückkosten sinken, die Kunden sind mit zunehmender Sättigung aber auch nicht mehr bereit so viel zu bezahlen. Kostensenkung und sinkender Nachfragepreis laufen aber nicht zwangsläufig parallel, so dass der Stückgewinn nicht zwangsläufig konstant bleibt.
    Gruß Dörte

    :hae:

  • Hallo MissTee und Dörte,

    der Grundansatz von MissTee ist eigentlich nicht ganz richtig. Denn eigentlich gilt als Faustregel für die Produktion:

    kurzfristig - dann wenn die variablen Kosten gedeckt sind;
    langfristig - dann wenn variable und fixe Kosten gedeckt werden.

    ... und beim Monopol wird das nicht anders sein. Wäre ja auch ein Unding, wenn nicht!

    Der Unterschied liegt eigentlich ja nur in der Preisgestaltung, da der Monopolist, die größere Marktmacht hat. D.h. er kann einen wesentlich höheren Einfluß auf die Preisgestaltung nehmen. Im Gegensatz zur (vollkommenen) Konkurrenz, wo der Preis über den Markt bestimmt wird. Der Monopolist ist also bei seiner Preisgestaltung weniger abhängig von der Konkurrenz.

    Wenn er aber trotzdem nicht in der Lage ist, mit dem gesetzten Preis seine Kosten zu decken, weil die Nachfrager nicht mehr bereit sind zu zahlen, dann wird auch er nicht mehr bereit sein, am Markt anzubieten.

    ... und: Sicher kann auch ein Monopolist Verluste machen!

    @Dörte: Ich bin mir bei Deiner Aussage:

    ... Natürlich gibt es lang- und kurzfristig Unterschiede, da die Mengen auch variieren. ...


    nicht ganz so sicher. Denn idR machst Du ja (im Gegensatz zur BWL) in der VWl nicht die Betrachtung über die Menge, sondern normalerweise über den Preis. Und ich kann mich nicht so recht erinnern, dass wir in der VWL-Vorlesung jemals die Betrachtung angestellt haben, wie sich die Situation verändert, wenn eine durch Angebotsmengenerweiterung bedingte Stückkostensenkung eintritt. Vielmehr wird für die Betrachtungen einfach "die Zeit angehalten", und die Situation genau für diesen festgesetzten Zeitpunkt analysiert.

    Und auch bei der Aussage:

    ... Langfristig steigen Angebotsmenge und Stückkosten sinken, ...


    kann man gegenargumentieren. Denn die (von vielen so heißgeliebte) VWL betrachtet ja idR nicht die einzelnen Lebenszyklusabschnitte. Also Du wirst in den seltensten Fälllen gerade in der Produkteinführungsphase derartige Betrachtungen anstellen. (In der Praxis vielleicht, aber NICHT in der Theorie! ;) )

    Grüße
    El SHEF-fe