Nettosozialprodukt

  • Hallo!
    ich weiß nicht, ob diese frage schon mal gestellt wurde, aber hab des thema nirgends gefunden..also ich frag einfach mal und hoffe, dass mir jemand helfen kann ;)
    Gibt es eine Formel um das Nettosozialprodukt zu berechnen? wenn ja, wie heißt die?
    also, ich bin mir ja zeimlich sicher, dass es eine gibt, weil wir da was aufgeschrieben haben, aber ich komm mit dem zeug auf gar keinen grünen zweig... ;(
    Wäre super, wenn mir jemand helfen könnte....

    schon mal danke :)
    lg, Becci

    :)

  • Hallo,


    Sozialprodukt - Begriffserklärung

    Inlands- und Sozialprodukt

    Das Inlands- bzw. Sozialprodukt gibt die Höhe der tatsächlichen Produktionsleistung einer Volkswirtschaft an und enthält den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die von dieser innerhalb einer bestimmten Periode (üblicherweise ein Jahr) hergestellt wurden.

    Das Inlandsprodukt erfaßt dabei die wirtschaftliche Leistung eines politisch-geographischen Raumes wie z.B. den der Bundesrepublik Deutschland. Es enthält den Gegenwert der Waren und Dienstleitungen, der von Personen (wohnsitzunabhängig) in diesem Raum erzeugt wurde. Das Sozialprodukt gibt dagegen die Wirtschaftskraft der Bewohner dieses Wirtschaftsraumes an. Es bezieht sich also auf die darin lebenden Personen und nicht auf den Raum. Daher ent-hält es auch die Erwerbs- und Vermögenseinkünfte dieser "Inländer", aus dem Ausland, muß aber um die Erwerbs- und Vermögenseinkünfte der Ausländer aus dem Inland vermindert werden.
    Allgemein gilt also folgende Beziehung zwischen den beiden Begriffen:


    Inlandsprodukt
    Erwerbs- und Vermögenseinkünfte der Inländer aus dem Ausland
    - Erwerbs- und Vermögenseinkünfte der Ausländer aus dem Inland
    -----------------------------------------------------------------------------
    = Sozialprodukt

    Sozialproduktbegriffe

    Sowohl Inlands- als auch Sozialprodukt werden in der Volkswirtschaft noch weiter differen-ziert. Der Wert aller in einer Periode produzierten Güter (Waren und Dienstleistungen) ohne Vorleistungen wird als Bruttoinlands- bzw. Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen bezeichnet. Unter Vorleistungen ist der Wert der Güter zu verstehen, die inländische Wirtschaftseinheiten von anderen inländischenoder ausländischen Wirtschaftseinheiten innerhalb der betrachteten Periode bezogen haben. Dazu zählen bspw. Rohstoffe, Treibstoffe, Mieten oder Anwaltskos-ten. Vorleistungen sind also nichts anderes als Einkäufe von anderen Unternehemen, d.h. aus Sicht der produzierenden Unternehmung "Fremdleistungen".

    Subtrahiert man vom Bruttoinlands- bzw. Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen die Abschrei-bungen einer Periode, so erhält man das Nettoinlands- bzw. Nettosozialprodukt zu Marktprei-sen. Diese Größe berücksichtigt , in welchem Umfang die bei der Güterproduktion eingesetz-ten Produktionsmittel wertmäßig abgenutzt wurden. Werden zudem noch indirekte Steuern subtrahiert und Subventionen addiert, erhält man einen Produktionswert, der um die Einflüsse des Staates bereinigt ist. Er wird als Nettoinlands- bzw. Nettosozialprodukt zu Faktorkosten bezeichnet und enthält sämtliche Einkommen der am Produktionsprozeß beteiligten Produkti-onsfaktoren.

    Das Nettoinlandsprodukt zu Faktorkosten entspricht der Wertschöpfung eines Wirtschafts-raumes, das Nettosozialprodukt zu Faktorkosten dem Volkseinkommen einer Volkswirtschaft. Zwischen den unterschiedlichen Definitionen besteht also folgender Zusammenhang:


    Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen
    - Abschreibungen
    = Nettoinlandsprodukt zu Marktpreisen
    - Indirekte Steuern
    Subventionen
    = Nettoinlandsprodukt zu Faktorkosten
    = Wertschöpfung

    Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen
    - Abschreibungen
    = Nettosozialprodukt zu Marktpreisen
    - Indirekte Steuern
    Subventionen
    = Nettosozialprodukt zu Faktorkosten
    = Volkseinkommen

    Berechnung des Inlands- bzw. Sozialprodukts

    Zur statistischen Ermittlung des Inlands- bzw. Sozialprodukts stehen drei verschiedene An-sätze zu Verfügung, und zwar die

    - Entstehungsrechnung: Als Ansatzpunkt dient die Messung der Produktion
    - Verteilungsrechnung: Hierbei werden die bei der Produktion entstandenen Einkommen erfaßt
    - Verwendungsrechnung: Sie trifft eine Aussage über die Käufergruppen Haushalte, Un-ternehmungen, Staat oder Ausland) der produzierten Güter
    Bei der Entstehungsrechnungen geht man von einer branchenmäßigen Einteilung der Wirt-schaft in Sektoren aus. Als Klassifikationskriterium dienen dabei die Produktion gleicher bzw. ähnlicher Güter. Zu diesen Wirtschaftsbereichen zählen:

    - Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
    - Warenproduzierendes Gewerbe
    - Wandel und Verkehr
    - Dienstleistungsunternehmen - Staat, private Haushalte

    Über die sektoralen Produktionswerte gelangt man zu den Beiträgen dieser Wirtschaftszweige zum Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen. Nicht berücksichtigt sind hierbei allerdings unter-stellte Entgelte für Bankdienstleistungen, der Vorsteuerabzug für Investitionen sowie Ein-fuhrabgaben.

    Gegenstand der Verteilungsrechnung sind die bei der Produktion entstandenen Einkommen, die in der Wertschöpfung enthalten sind. Es werden zwei Einkommenskategorien unterschieden:

    - Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit
    - Bruttoeinkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen (Gewinne, Zinsen, Mieten, Pachten)

    Die dritte Möglichkeit zur Ermittlung des Sozialprodukts setzt bei der Verwendung der pro-duzierten Güter an. In Betracht kommen:

    - Privater Verbrauch (Konsumausgaben der privaten inländischen Haushalte)
    - Bruttoinvestitionen (Bruttoanlageinvestitionen und Vorratsveränderungen zuzüglich des Kaufs von Wohnungseigentum der privaten Haushalte)
    - Staatsverbrauch (zivile und militärische Aufwendungen des Staates)
    - Außenbeitrag (Differenz zwischen Aus- und Einfuhren von Waren und Dienstleistungen, bereinigt um die Erwerbs- und Vermögenseinkommen zwischen Inland und Ausland)

    Die Addition dieser Positionen ergibt das Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen. Bezieht man einzelne Komponenten auf das Bruttosozialprodukt, erhält man Quoten, z.B. die Konsum- oder Investitionsquote, die Rückschlüsse auf den Stand und die Entwicklung der Nachfrage-struktur einer Volkswirtschaft zulassen. Außerdem bietet diese "Verwendungsgleichung" An-haltspunkte zur konjunkturpolitischen Steuerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.


    Gruß
    Denny

    Nichts ist unmöglich, bis man sich selber davon überzeugt hat.