Frage zum Wechselkurs [Abivorbereitung]

  • Hallo,
    folgender Sachverhalt der in meinen VWL Buch steht erscheint mir unlogisch. Ich versuche zunächst einmal das Problem zu erklären:

    Es handelt sich hier um den Wechelkursmechanismus der an Hand einer Angebots-Nachfragekurve verständlich gemacht werden soll. Danach geht mein Lehrbuch auf die Gründe ein, die eine Zunahme des Angebots an EUR, bzw. der Nachfrage an EUR bewirken können, hier steht:

    "Eine Rechtsverschiebung (Zunahme des Angebots an Euro) ergibt sich z.B. in folgenden Fällen:

    a) Importgüter, die in US-$ bezahlt werden müssen (z.B. Rohöl) werden teurer

    b) Kapital aus dem Euro-Währungsgebiet wird wegen Zinsunterschieden im außereuropäischen Ausland angelegt"

    Diese Aussagen erscheinen mir als merkwürdig, denn:

    a)
    Warum sollte die Menge an EUR zunehmen, wenn ich Importgüter in $ bezahle ?
    Der EUR bleibt von dieser Transaktion doch unberührt, die Menge an $ im Euro-Land nimmt doch ab.

    b)Wenn ich mein Geld in EUR von Europa in den z.B. US anlege, dann verringert sich doch die Geldmenge an EUR in Europa, warum sollte dann das Angebot an EUR zunehmen. Ich würde erh sagen, dass das Gegenteil der Fall ist.


    Bitte klärt mich auf, was ich hier falsch verstehe oder ob mein Buch Müll ist ?(

  • Also zu fortgeschrittener Stunde kann ich dir zumindest schonmal eine Antwort auf a) geben:

    Zunahme des Geldangebots= Abwertung des Euro

    Umso mehr Euro da sind, desto weniger ist jeder einzelne wert.

    Wenn z.b. das Öl teurer wird, wird der Dollar aufgewertet und somit der Euro abgewertet.

    Zu b) hab ich jetzt auch keine Ahnung.

    Gruß,

    Dustin

  • In beiden Fällen (a und b) nimmt das Angebot an Euro zu, da die Menschen mehr Euro im Tausch für ausländischen Währungen anbieten.

    Mussten sie in a) vorher 50 Euro für ein Fass Öl hergeben, so sind es nun durch den gestiegenen Ölpreis 60. Da aber weiterhin kurzfristig die gleiche Menge Öl nachgefragt wird, tauschen die Menschen mehr Euro in Dollar. Das Euroangebot steigt also.
    Bei b) ist es identisch. Durch den höheren ausländischen Zins wird der ausländische Kapitalmarkt attraktiver und mehr Menschen tauschen Euro in ausländischen Devisen, daher nimmt das Euroangebot zu.

  • Hallo,

    vielen Dank erst einmal für eure Antworten !

    Könnte man dann nicht allgemeingültig sagen:

    a)
    Ausländische Waren sind teurer gewordenen, deshalb wird mehr EUR gedruckt, damit sinkt der Wechselkurs ?


    b)
    Wegen Zinsunterschieden wollen wir möglichst viel EUR in Ausland befördern, deshalb drucken wir mehr EUR. Die Menge an EUR nimmt zu, der Wechselkurs fällt ?


    MfG

  • Hallo,

    vergiss bitte mal das Geld drucken.

    zu a) ein nicht ersetzbares (substituierbares) Gut in Fremdwährung wird teurer. Es müssen also mehr EUR in Fremdwährung getauscht werden. Es werden also mehr EUR angeboten und die Fremdwährung wird knapp. Dadurch steigt der Kurs der Fremdwährung (bzw. der EUR sinkt)

    zu b) auch hier ist es ein Angebot/Nachfrage-Problem. Es werden mehr EUR angeboten (zum Tausch in Fremdwährung, damit diese dann angelegt werden aknn), als nachgefragt werden. Daher sinkt der EUR-Preis.

    MIt Gelddrucken hat das Ganze nichts zu tun.

    Viele Grüße

    Jens

    --------------------------------------------------------------------------
    Webmaster bankstudent.de - Wirtschaftsstudium online
    jetzt neu unter: http://www.jens-koopmann.de