WING: Anforderungen und Vorbereitung

  • Hallo ans Study-Board,

    mein Name ist Carsten und ich komme aus der Nähe von Hamburg.

    Im Moment mache ich eine Ausbildung zum Industriekaufmann.

    Abi-note: 3,6 (ja ja ich weiß, ich war sehr sehr faul)

    Hatte LK Englich und Maschinenbau.

    Mit der Ausbildung werde ich im Januar 2007 (also in einem Jahr) fertig

    werden.

    Anschließend möchte ich sehr gerne WING an einer FH studieren.

    Vorzugsweise in Kiel.


    Ich habe hier im Forum schon ein wenig herumgelesen und so erfahren, das dieser

    Studiengang im Bereich Mathe und Physik teilweise sehr hart sein soll. Leider hatte

    ich auf dem Gym nur Mathe-GK und hatte in Physik auch Fehlkurse. Die

    Forumsbeiträge hier bezogen sich jedoch auf Unis. Meine Frage: Wie hart ist

    es denn an einer FH? Ich denke, daß ich mit dem wirtschaftlichen Teil klarkommen

    werde, aber Physik und Mathe möchte ich gerne genau wissen.


    Außerdem würde ich gerne wissen, wie ich mich vorbreiten kann. Habe schon gelesen,

    daß man sich den Papula kaufen sollte. Das werde ich machen. Gibt's auch noch was

    speziell in Richtung Physik? Ich denke das ist mein größtes Manko und möchte die Zeit

    zwischen Ausb.Ende und Studiumsbeginn sinnvoll nutzen.


    Sorry für so viel Text, aber ich wolte mich gerne präzise ausdrücken.

    Schon mal vielen Dank für künftige Antworten!

    Gruß

    Caschy

  • Im Normalfall musst du ein WIng Studium nicht als ein halb-halb Studium sehen sondern als mehr und da fängt die Krux an: Ich kenne es von Leuten die es hier in München studieren und die machen quasi fast ein komplettes Ingenieurstudium und dann noch ein halbes BWL Studium, dies ist beispielsweise eindeutig mehr als in einem Wirtschaftsinformatikstudium.

    Das Wichtigste für dich sollte sein: Willst du das wirklich durchziehen? Kannst du dich mit der rel. trockenen mathematischen Materie auch über längere Zeit auseinandersetzen?

    Zwei Mathescheine, einmal Statistik, Statik, Physik Grundlagen, Thermondynamik und Co wirst du egal wo du studierst auf jeden Fall belegen müssen, mit dem Schulstoff ist das nicht zu vergleichen. Wenn du was machen willst, warum nicht, aber die Entscheidung will gut überlegt sein. Ich habe mich dann schliesslich dagegen entschieden, da mir der Zeitaufwand zu groß gewesen wäre, man braucht ja auch noch ein Leben ;) Alles eine Frage des Willens.

    Gruß
    Markus

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  • Du studierst tatsächlich einen 3/4 Teil eines Maschings und einen ca. 2/3 Teil Bwl . Auf Diplom benötigst du 8-10 Semester, beim Bachelor 6 Semester.

    Mathe ist das A und O, neben der regulären Mathe brauchst in so ziemlich jedem Fach Dgl´s, Integrale oder komplexe Berechnungen, bspw. für Physik (Atom-Kernphysik, Hydrostatik, Kinetik, Dynamik usw.), in techn. Mechanik, in E-Technik (Dgl und komplexe Zahlen für R-C Glieder usw.) und natürlich die "normale" Mathe Vektoranalysis, Lagrange usw.

    Im Bwl Teil geht´s entspannter zu, Operations Research z.B. braucht man Approximationsmeth., lin. Optimierung. Finanzmathe mit Zins, Annuität usw.

    Papula ist Pflichtlektüre, 3-Bände zzgl. Formelsammlung, z.T. interessant mit Anwendungsbeispielen aus der Praxis.
    Vorher kaufen würd ich nicht, erst einmal sicher sein, dass dir der Wiing zusagt.

    Grundsätzlich alles machbar, kein Grund nervös zu werden, Tutorium, Brückenkurs können Abhilfe leisten, eine Sache der Selbstdisziplin ;). Im Hauptstudium ist Mathe nicht unbedingt mehr so gefragt.

    Ausfallquote i.d.R. ca 40-50% im Grundstudium, die meisten machen dann mit BWL unter Anerkennung div. Scheine weiter.

  • Vielen Dank erstmal für die Hilfe.

    Ich habe vergessen zu erwähnen, daß in Kiel (wo ich am liebsten studieren

    möchte) auf Bachelor studiert wird. Wie ist denn dies im Vergleich zum Diplom

    (in Bezug auf die Anforderungen)?


    Komplexe Zahlen habe ich leide im Grundkurs nie gehabt. Kann ich mir das selbst

    beibringen?

    @ Bronco: was sind Dgl´s?

    Und wie habe ich mir Brückenkurse vorzustellen?

    @ Markus: Im Grunde habe ich sehr viel Lust darauf. Jedoch weiß ich, daß ich zu

    starken Faulheiten neige, wenn ich nicht 100% motiviert bin. Ich neige zu Mini-

    malismus. ;( (z.B. fFürs Abi habe lich leider kalkuliert, in welchen Fächern ich ruhig

    schlecht sein kann und das Abi trotzdem schaffe). Ich will eigentlich nicht so sein,

    aber ich kann mich da kaum gegen wehren. Viel Druck hilft da. Wenn er aber zu

    groß ist, resigniere ich aber auch schnell. Habe mir fürs Studium fest

    vorgenommen, dies zu ändern, weiß aber nicht, ob ich das packe.

    Gibt es gute/viel Möglichkeiten mit Kommolitonen (Schreibweise?) zusammen zu

    lernen?

    Schafft ihr (WINGler) nebenbei zu arbeiten?

    Vielen Dank schon mal. (sorry sehr viele Fragen)

    Grüße Caschy

  • Zitat

    @ Bronco: was sind Dgl´s?


    Differenzialgleichungen, werden genauso benötigt wie Differenzialrechnungen.

    Zitat

    Und wie habe ich mir Brückenkurse vorzustellen?

    Manche Hochschulen bietet zur besseren Vorbereitung Mathe-Brückenkurse an, d.h. alles ein wenig aufarbeiten (Polynome, Gleichungssysteme, Trigonometrie), kann hilfreich sein, gerade wenn man im Abi kein LK-Typ war :rolleyes:.

    Zitat

    Schafft ihr (WINGler) nebenbei zu arbeiten?

    Jou, ist möglich. Bei den meisten technischen Fh´en gibt es seminaristischen Unterricht, d.h. Anwesenheit wird gern gesehen. Das bedeutet enger Zeitplan. Arbeiten ist aber trotzdem möglich. Auf den Unis ist das ein bissl lockerer, ein Hörsaal wird nicht nur von Wiings, sondern auch von Maschings oder E-Techings besetzt, Anwesenheit nicht zwingend erforderlich, Stoff kann später aufgearbeitet werden.

    Zitat

    Komplexe Zahlen habe ich leide im Grundkurs nie gehabt.

    Wird auch an der Fh gelehrt, wenn man einmal das Imaginäre begriffen hat, ist das auch keine große Kunst mehr. Analysis ist schon ein Stück gewichtiger.

    Achso, beinahe vergessen, die Frage Bachelor o. Diplom. Der Bachelor führt noch ein Schattendasein, ist bei den Ing-wissenschaften meist nicht ausreichend, d.h. Industrie und Wirtschaft legen Wert auf Master oder Diplom. Beispiel: Bei den Bauings bekommt man als Bachelor keine entsprechenden Angebote, niemand will einen Statiker beschäftigen, der nur ein "Light-Studium" in Sachen Standsicherheit absolviert hat.

    Gruß Bronco

  • Also das Bilden von Lerngruppen ist eigentlich immer obligatorisch und wenn es sein muss kannst du sicherlich auch nebenbei arbeiten. Ist alles eine Frage des Zeitmanagements. Nur Prioritäten musst du eben setzen können.

    Gruß
    Markus

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