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Wirtschaftswachstum

  • k_2000
  • 14. Dezember 2005 um 19:18
  • Erledigt
  • k_2000
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    5
    • 14. Dezember 2005 um 19:18
    • #1

    Welche Bedingungen müssen gelten: wenn man einen größeren Anteil des Volkseinkommens für Investitionen bereitstellt, kann man dazu beitragen, ein größeres Outputwachstum wiederherzustellen und den Lebensstandard weiter zu erhöhen.

    ich hab überhaupt keine Ahnung

  • Anzeige
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  • Oeconomicus
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    187
    • 14. Dezember 2005 um 20:24
    • #2

    Kannst du mal bitte spezifizieren auf welches Modell du dich beziehst oder in welche Richtung es gehen soll. Denn so allgemein kann man zwar einiges Antworten, was dir aber vielleicht nicht unbedingt weiter hilft.

    Zitat von John Maynard Keynes:

    "Solange die Nationalökonomen leben, nimmt niemand von ihnen Notiz, und wenn sie tot sind, richten sie großen Schaden an." :D

  • Sabine-123
    Benutzer
    Beiträge
    92
    • 14. Dezember 2005 um 21:09
    • #3

    Ich sage mal, was ich so spontan dazu sagen kann.

    Einkommen=Konsum+Sparen versteht sich von alleine

    Sparen=Investitionen weil natürlich das Geld in der Bank liegt und die es an Investoren verleihen, jetzt mal ganz grob gesagt, aber überall in der VWL sagt man S=I, kannst das ruhig als "Gottgegeben" ansehen

    So, jetzt muss man sich überlegen was notwendig ist, damit S möglichst gross wird oder gross bleibt.

    Wenn das Einkommen zu 100% verkonsumiert wird, ist S bzw. I = 0,
    dass ist der Fall wenn man das Einkommen vollständig für die Lebenshaltung ausgeben muss.
    Aus Gründen der Vorratshaltung ist selbst beim Zinssatz von 0% ein gewisses Sparen vorhanden, aber mit steigenden Haben-Zinssatz steigt auch der Anreiz zum sparen - S wird dann grösser.
    Ein Einwurf: Zinssatz minus Inflation ist wichtig. Hat man 20% Zinssatz und 5% Inflation, sollte man grob mit 15% Zinssatz rechnen - würde zu weit führen jetzt zw. einzelnen Produkten oder Warenkörben zu unterscheiden.
    Also Zinssatz ist hier das wichtige. Der wird durch Angebot und Nachfrage im Finanzwesen (Banken) bestimmt. Zwischendurch:
    Das Geld erhält die Bank nicht nur vom Sparer, sondern von der zuständigen Zentralbank, bei uns EZB. Der hierfür fällige Leitzins fliesst in die Höhe der Zinsen (in Soll quasi direkt, in Haben mittelbar) mit ein.

    Mehr Zinssatz als die Produktivität des Kapitals erreicht, wird der Sparer nicht langfristig bekommen können.
    Das Stichwort ist "Hebelwirkung des Fremdkapitals" d.h. der Unternehmer kann max. x% Zinsen für Kapital zahlen, wenn er nicht weniger als x% daraus selbst erwirtschaftet. (Also so in etwa, auf die Aufgabe hier mal etwas angepasst - musst Dir das aber genauer anschauen - für meine "Umgangssprache" kriegst du keine 90 Punkte)

    Beim Sparen ist auch die Ausgabenpräferenz der Einzelnen (Haushalte) zu berücksichtigen. Manche verdienen Millionen und sparen nichts, andere sind "arm" und sparen 30% des Einkommens – man muss sie also z.B. durch Zinssatz zum mehr Sparen bewegen.
    Psychologische Effekte, Politik und Kultur sind hier auch Faktoren – Beispiel „Zukunftsangst“ -> mehr Sparen……
    An der Stelle ist der Begriff des „Generationenkonflikts“ zu nennen. Hat hier nichts mit Rente an sich zu tun. Ist so ein Oberbegriff für die Problematik, dass das heute Gesparte für die Ausgaben heute fehlt, allerdings in der Zukunft Rendite bringt.
    Manche haben heute lieber 90€, als in 12 Monaten 100€. Auch wenn Du es nicht glaubst, der Mensch verhält sich nicht immer wie ein „homo economicus“.

    Hoffe waren paar Stichworte drin.

    Viel Erfolg bei der Arbeit.

  • k_2000
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    5
    • 16. Dezember 2005 um 09:52
    • #4

    wir hatten bisher das solow-modell, ak-modell, diamond-modell und das modell von jones/manuelli.

    ich dank schonmal für die antworten

  • Oeconomicus
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    187
    • 16. Dezember 2005 um 18:05
    • #5

    @ k_2000:

    Um auf ein anderen Wachstumspfad mit höherem Outputwachstum zu gelangen gibt es verschiedene Möglichkeiten je nach Modell.

    Zunächst muss man versuchen den Konsum intertemporal zu optimieren, d.h. die marginale Spar- und Konsumquote müssen so angepasst werden, dass der Konsum maximiert wird. Es genügt natürlich nicht wie in der obigen Aussage "einen größeren Anteil des Volkseinkommens für Investitionen" bereitzustellen, da eine Investitionserhöhung über das intertemporal optimierte Maß mittelfristig zu weniger Konsum führt und dass die Absatzmöglichkeiten verringert. Daher der Optimierungsgedanke.

    Des Weiteren ist es wichtig, kommt darauf an, ob wir in exogen Wachstummodellen wie Sollow oder endogenen wie dem AK-Modell befinden, dass möglichst viel Humankapital akkumuliert wird. Humankapitalbildung hat viele expotentielle Wirkungen auf das Wachstum, da es Spill-over-Effekte, Cluster-Effekte gibt.

    ....

    Am Besten diskutiert man die Bedingungen für einen höheren Wachstumspfad für jedes einzelne Modell.


    @ Sabine-123:

    An dieser Stelle muss ich leider einmal intervenieren! Hast du wohl nett gemeint, aber dennoch bringst du fast alles durcheinander. Folgendes ist nicht böse gemeint, lediglich Ergänzungen und Korrekturen.


    Zitat

    Original von Sabine-123
    Ich sage mal, was ich so spontan dazu sagen kann.

    Einkommen=Konsum+Sparen versteht sich von alleine

    Sparen=Investitionen weil natürlich das Geld in der Bank liegt und die es an Investoren verleihen, jetzt mal ganz grob gesagt, aber überall in der VWL sagt man S=I, kannst das ruhig als "Gottgegeben" ansehen

    Diese Gleichung ist lediglich eine definitorische Gleichung, hergestellt, indem man sagt, dass es geplante und ungeplante Investitionen gibt. Letztere sind Güter die auf lager gehen, die nicht verkonsumiert wurden. Das gesparte Geld auf der Bank hat damit nur marginal etwas zu tun!

    Haushalte können: C + S
    Unternehmen: C + I

    Die treibende Komponente ist C, die von den Haushalten bestimmt wird. Eben nur soviel können die Unternehmen verkaufen. Der Rest der hergestellt wird geht eben auf Lager und wird als Investition gezählt. I ungeplant und S sind eben nur Residualkomponenten.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    So, jetzt muss man sich überlegen was notwendig ist, damit S möglichst gross wird oder gross bleibt.

    Wenn das Einkommen zu 100% verkonsumiert wird, ist S bzw. I = 0,
    dass ist der Fall wenn man das Einkommen vollständig für die Lebenshaltung ausgeben muss.

    Ein optimales Wachstum wird nicht erreicht durch die Maximierung von Sparen.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Aus Gründen der Vorratshaltung ist selbst beim Zinssatz von 0% ein gewisses Sparen vorhanden, aber mit steigenden Haben-Zinssatz steigt auch der Anreiz zum sparen - S wird dann grösser.

    Im keynesianischen Gedankengut ist das Sparen lediglich eine Restgröße von Konsum. Im neoklassischen Gedankengut ist es lediglich vom Zins abhängig.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Ein Einwurf: Zinssatz minus Inflation ist wichtig. Hat man 20% Zinssatz und 5% Inflation, sollte man grob mit 15% Zinssatz rechnen - würde zu weit führen jetzt zw. einzelnen Produkten oder Warenkörben zu unterscheiden.

    Das ist die berühmt berüchtigte modifizierte Fisher-Identität.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Also Zinssatz ist hier das wichtige. Der wird durch Angebot und Nachfrage im Finanzwesen (Banken) bestimmt.

    Der Zins wird auf dem Kapitalmarkt bestimmt und nicht im Finanzwesen der Banken.
    Ich abstrahiere jetzt einmal von Kreditrationierungsgedanken usw...

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Mehr Zinssatz als die Produktivität des Kapitals erreicht, wird der Sparer nicht langfristig bekommen können.

    Das Grenzprodukt des Kapitals ist der Zins!

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Das Stichwort ist "Hebelwirkung des Fremdkapitals" d.h. der Unternehmer kann max. x% Zinsen für Kapital zahlen, wenn er nicht weniger als x% daraus selbst erwirtschaftet. (Also so in etwa, auf die Aufgabe hier mal etwas angepasst - musst Dir das aber genauer anschauen - für meine "Umgangssprache" kriegst du keine 90 Punkte) .

    Sehr strange Formulierung ;)

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Beim Sparen ist auch die Ausgabenpräferenz der Einzelnen (Haushalte) zu berücksichtigen. Manche verdienen Millionen und sparen nichts, andere sind "arm" und sparen 30% des Einkommens – man muss sie also z.B. durch Zinssatz zum mehr Sparen bewegen.

    Das nennt man marginale Konsum und marginale Sparquote. Je mehr Einkommen man hat, desto geringer wird die marginale Konsumquote und dementsprechend höher die marginale Sparquote.

    Zitat

    Original von Sabine-123
    An der Stelle ist der Begriff des „Generationenkonflikts“ zu nennen.
    Hat hier nichts mit Rente an sich zu tun. Ist so ein Oberbegriff für die Problematik, dass das heute Gesparte für die Ausgaben heute fehlt, allerdings in der Zukunft Rendite bringt.

    Das hat nun wirklich nix mit dem Generationenkonflikt zu tun!

    Zitat

    Original von Sabine-123
    Manche haben heute lieber 90€, als in 12 Monaten 100€..

    Das nennt man Konsumpräferenz.


    Zitat

    Original von Sabine-123
    Auch wenn Du es nicht glaubst, der Mensch verhält sich nicht immer wie ein „homo economicus“.

    Der Mensch verhält sich nie wie ein homo oeconomicus, da dieses lediglich ein theoretisches Modellbild ist und kein Menschenbild. Um sich wie ein homo oeconomicus zu verhalten benötigt man eine vollkommene Rationalität! Menschen sind lediglich beschränkt rational (bounded rationality), da sie immer eine Kosten/Nutzen-Analyse machen, inwiefern eine weitere Einheit an Information mit den Kosten vereinbar sind, die sich aus ihrer Beschaffung ergeben.

    Gruß,
    Christian


    [ Edit: Wie immer 'in aller Kürze' :D ]

    Zitat von John Maynard Keynes:

    "Solange die Nationalökonomen leben, nimmt niemand von ihnen Notiz, und wenn sie tot sind, richten sie großen Schaden an." :D

  • k_2000
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    5
    • 17. Dezember 2005 um 12:56
    • #6

    ich dank euch beiden

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