Mathematikanforderungen im BWL Studium

  • Martin: Also man muss auf jeden Fall FH und Universität unterscheiden, hinzu kommen gerade bei den FH's Unterschiede unter den Bundesländern. An einer FH wirst du wenn du einigermaßen mathematische begabt bist und auch noch Spaß daran hast keine Probleme haben. Dort setzt sich der Matheschein meistens aus den Teilgebieten Finanzmathematik, Differential- und Integralrechnung sowie Lineare Algebra und Lineare Optimierung zusammen. Ist aber ziemlich machbar. Tiefer in die Materie geht es nicht!

    An einer Universität sieht es schon anders aus und es ist auch um einiges anspruchsvoller und wissenschaftlicher. Die Themengebiete sollten Folgen und Grenzwerte, Differential- und Integralrechnung, Optiemierungsprobleme, Matrizen- und Vektorrechnung sein. Hier siehst du schon das es sich auf den ersten Blick nicht viel nimmt, aber es geht schon um einiges mehr ins Detail.

    Dann gibt es noch Statistik wo man in beiden Typen eigentlich das Gleiche macht und sehr viele verschiedene Themengebiete abdeckt.

    Es gibt aber auch Mischfächer, bei denen man sagen kann, dass noch sehr viel Mathe inklusive ist: Dies gilt besonders für Mikroökonomie, Finanzwirtsch etc.

    Alles in allem sollte das Studium aber nicht an Mathe scheitern aber man sollte sich auch nicht zu viel davon erwarten, es handelt sich nicht um höhere Mathematik ist also nicht mit dem reinen Mathestudium, einem Informatik- oder Ingenieursstudium zu vergleichen!

    Und hier noch ein zwei Links zu alten Klausuren an der Uni Mannheim, da kannste ja mal nachschauen was ungefähr auf dich zukommt:

    Mathe 1 - Analysis - WS0203

    Statistik - Deskriptive und Induktive - SS02

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  • Bei der FOM (meine FH) ist z.B. der Matheschein nicht so schwierig. Etwas anders sieht es bei Statistik aus (obwohl das ist wirklich machbar). Der Matheschein ist Voraussetzung für die FP Statistik.

    Um sich ein Bild davon machen zu können schaue mal hier:

    --> Statistik Rep (inkl. Lösung) - Autor unbk.
    --> Statistik Rep (inkl. Lösung) - Autor JC :D

    Und der Mathestoff der bisher in den sonstigen Fächern angewendet wurde sah wirklich nicht anders aus, als in der Mathevorlesung .....

    ~~in diesem Sinne~~

    EDIT: Gram.

  • Martin:

    Es ist eben so wie ich es oben schon geschrieben habe. Statistik läuft eigentlich überall fast so identisch/ähnlich ab wie in der obigen Klausur. In Mathe wirst du an einer FH nichts tiefgründigeres erfahren, an einer Universität geht es dann schon mehr in die mathematische Materie, aber man kann es keinesfalls mit einem Mathe- oder Ingenieursstudium vergleichen. Willst du hohe Mathematik, willst du mehr über das Was, Wie und Warum wissen, so wirst du in BWL in Sachen Mathe nicht weit kommen. Die Schwierigkeiten variieren von Uni zu Uni und von Bundesland zu Bundesland, aber die oben genannten Themengebiete gelten eigentlich immer. Aber mit der Schulmathematik hat das wirklich nichts mehr zu tun, da du z.B. schon Funktionen mit mehreren Variablen betrachtest und alles abstrakter ist. Aber ein Ersatz für ein Mathestudium ist es keinesfalls!

    Edit: Noch ein kleiner Nachtrag :)

    Um genau auf deine Frage einzugehen ob es später noch schwieriger wird, würde ich sagen: Nein.

    Ein BWL Studium verläuft eben in der Regel so, das du den Mathe- und Statistikschein (manchmals auch auf zwei Klausuren pro Fach aufgeteilt) im Grundstudium schreibts. Also meistens innerhalb der ersten drei Semester. In VWL sind analytische Kenntnisse sehr von Vorteil und werden dort auch angewandt. In Fächern wie Finanzwirtschaft, KLR,etc. wird zwar viel gerechnet aber das macht dann eher der Taschenrechner. Oft gibt es aber Wahlpflichtfächer die sich mit mathematischen Problemen oder Programmierung auseinandersetzen und das war es dann auch schon. In BWL geht es eben mehr darum Zusammenhänge zwischen den einzelnen Betriebseinheiten zu erkennen anstatt abstrakt zu denken. Und um ehrlich zu sein mir wäre es auch ganz recht, wenn es ein bisschen mehr Mathe gäbe/gegeben hätte :)

    Jetzt sollte eigentlich alles gesagt sein :)

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  • sherlock:

    Es kommt auch darauf an ob Massenuni oder nicht. Überall wo viele Studenten sind, sind gerade die mathematischen Fächer so gestaltet, das genug Leute nicht durchkommen, da man die Studentenanzahl reduzieren will! Das mit den Beweisen ist doch ganz normal, Mathe besteht doch gerade an der Uni in BWL eigentlich nur aus Beweisen, also was ich bis jetzt gesehen habe. Es ist eben abstrakter als Schulmathematik aber noch lang keine höhere Mathematik oder richtige universitäre Mathematik.

    @ Martin:

    Also jobmässig solltest du mit einem gut abgeschlossenem BWL-Studium und dem richtigen Schwerpunkt überhaupt keine Probleme bekommen!

    Deine Überlegungen mit dem Hauptstudium sind ja okay, geht aber meines Wissens nach nicht. Als BWLer wirst du wohl nirgends wirklich eine Chance bekommen im Hauptstudium zu programmieren. Ich meine jetzt richtig programmieren und nicht nur so ein bisschen Datenbanken, SAP & Co. Dazu müsstest du dich dann quasi für Wirtschaftsinformatik entscheiden, wobei dort der Informatik Teil wieder um einiges ausgeprägter ist als der BWL Teil. Wenn es dich interessiert kannst du dich ja an ein paar Leute hier wenden, denn hier gibt es ja auch Wirtschaftsinformatiker. Das mit den Sprachen ist auch so eine Sache, auf den Uni's gibt solche Fächer eigentlich nicht und auf FH's wenn du Glück hast. Man kann einfach nicht alles haben, ich habe auch meine Vorlieben und würde mir einen Studiengang genau mit diesen Dingen wünschen aber das geht leider nicht!

    Wirtschaftsmathe hätte ich auch gerne studiert, ging aber bei mir nicht da ich erst zu spät darauf gekommen bin. Muss sehr interessant sein, da es eben nicht nur die rein mathematischen Elemente gibt sondern auch Progammierung, Finanzmathematik und Statistik. Sicherlich ist das eine Überlegung wert auch im Hinblick auf einen späteren Arbeitsplatz. Genau das gleiche gilt für den Studiengang Statistik an sich.

    Was du vielleicht eventuell noch ins Auge fassen könntest wäre zum Beispiel der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, finde ich persönlich sehr interessant. Hast gerade im Grundstudium viel mit den Physik- und Chemiegrundlagen, sowie vielen Mathescheinen zu kämpfen, aber auch CAD-Entwicklung und solche höchstinteressante Sachen hast du. Desweiteren besteht das Studium alles in allem trotzdem noch aus 50 % BWL Fächern.

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  • Da muss ich mich von dir eines besseren belehren lassen. Wusste ich nicht das Module wie Sprachen und Informatik angeboten werden.

    Zum Thema Physik / Biologie / Chemie kann man eigentlich nur sagen, dass es egal ist. Die Schulkenntnisse braucht man eigentlich in keinem Studiengang. Es fängt immer bei Null an. Hat man die nötigen Neigungen dazu gehts schneller, wenn nicht muss man halt mehr dafür arbeiten.

    Mathe als reiner Studiengang ist eben sehr abstrakt und im voraus kann man leider nicht sagen ob es einen liegt und Spaß macht.

    Mit BWL kann man wie schon ein paar mal erwähnt eigentlich nicht viel falsch machen, aber man muss auch bedenken das es einfach gewisse Phasen gibt, wo man einfach keinen Bock mehr hat. Denn es ist halt oft viel Theorie die einen einfach langweilt, insb. wenn es um irgendwelche geschichtlichen Ansätze geht :)

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  • Offtopic

    Naja von dem Hochschulranking halte ich nicht so viel, dort sind jedesmal die gleichen Unis vorn, z.B. die achso vergötterten überarroganten Mannheimer BWL'er, und das schlimme ist die leisten keinen deut mehr als in einer anderen Stadt. Aber als Übersicht kein schlechter Einstieg.

    Offtopic Ende.

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  • Man da habt ihr ja viel geschrieben, ich lese das nun mal nicht alles durch und beziehe mich mal nur auf die Frage von Martin.

    Also ich habe meine Mathescheine ja an einer FH geschrieben und sie dann nach dem Wechsel an die Uni anerkannt bekommen.
    Mathe war an der FH auf ingenieurbasis und damit war es schon ziemlich heftig und auch eines der Siebfächer, aber da ich auch eine Liebe zu Mathematik habe, war es ganz ok und keine Qual das zu lernen!

    An der Uni habe ich dann mal den Stoff angeschaut, er ist nicht so Themenreich wie an der FH und mehr theoriebezogen. Aber mit Übung zu schaffen, auch wenn Mathe hier an der Uni mit Statistik zu den Siebfächern gehört! Bei einer großen Uni, wo Wiwi ohne Zulassungsbeschränkung ist, ist das auch nicht wunderlich!
    Statistik war bei uns auch nicht ohne....aber auch schaffbar...

    Fazit: Wenn du Bwl studieren willst, und du Mathe 1 & 2 und Stasi 1 & 2 als naturwissenschaftliche Fächer zu bewältigen hast, ist das denk ich eine gute Mischung :hat3

    hoffe das hilft ein wenig ;D

  • Zitat

    Original von smidos
    Ich habe meinen Matheschein an der Fernuni Hagen bemacht.
    Hier eine ganz gute Übersicht des Stoffes:
    http://miss.wu-wien.ac.at/%7Eleydold/MOK/HTML/node1.html

    schon ganz nett ;)

    Genau das ist ungefähr der Stoff an einer jeden Uni. Ganz gut um zu wissen was auf einen zukommt :)

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  • hm, sieht interessant aus, obwohl es mehr in die Tiefe gehen könnte ;) Aber gut - ich mag Mathe zwar total gerne, da ich aber meine anderen Fähigkeiten und Wünsche nicht außer Acht lassen will, komm ich praktisch um BWL gar nicht mehr rum :)

    sherlock Holmes: Das ist ja witzig - mein Vater hat vor *überleg*ca. 25 Jahren BWL studiert und da hat man ihm in der ersten Vorlesung gesagt: "Gucken sie einmal Ihren linken Nachbarn an, einmal ihren Rechten! Einer von Ihnen Drei wirds schaffen" :biok:

  • Zitat

    Original von Martin
    hm, sieht interessant aus, obwohl es mehr in die Tiefe gehen könnte ;) Aber gut - ich mag Mathe zwar total gerne, da ich aber meine anderen Fähigkeiten und Wünsche nicht außer Acht lassen will, komm ich praktisch um BWL gar nicht mehr rum :)

    sherlock Holmes: Das ist ja witzig - mein Vater hat vor *überleg*ca. 25 Jahren BWL studiert und da hat man ihm in der ersten Vorlesung gesagt: "Gucken sie einmal Ihren linken Nachbarn an, einmal ihren Rechten! Einer von Ihnen Drei wirds schaffen" :biok:

    Wie oben schon mal erwähnt ist Wirtschaftsmathematik sicherlich auch keine schlechte Wahl. Denn dort erlernst du auch alle möglichen BWL Grundlagen aber hast auch noch viel tiefgründiges Mathe. Kann dir nur aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass es mich ein bisschen nervt derzeit reine BWL zu studieren, aber das muss jeder selbst wissen :)

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  • Also wenn man gut in Mathe ist, find ich's easy. Hatte im LK Ma immer so 12-14Punkte. Nur Zuhause bleiben kann man zwar nicht, aber einfach bei den Vorlesungen anwesend sein und dann kapiert man eigentlich alles. Noch dazu ist's ja nur ein Schein.
    Ich hab mir hier nicht alles durchgelesen, aber zumindest den ersten Post: Also wenn du etwas mehr Mathematik haben willst, dann überleg dir mal Wirtschaftsmathematik. An unsere Uni ist das ca 50% Mathe, 25% Info, 25% WiWi.