MRP (Material-Requirements-Planning-Sytem)

  • Hallo Zusammen,

    ich sitze hier grade vor meinem Heft und bin dabei die Grundaussage des MRP I zu verstehen, aber irgendiwe machts noch nicht "klick" ;(

    Hier steht, dass die unabhängige Nachfrage (Primärnachfrage) nach einem Produkt in einen abhängigen Teil seiner Komponenten aufgelöst wird.

    Leider kann ich mit dieser Aussage nix anfangen. Könnt ihr mir weiterhelfen?

    Vielen Dank im Voraus!!!

  • Zitat


    Hier steht, dass die unabhängige Nachfrage (Primärnachfrage) nach einem Produkt in einen abhängigen Teil seiner Komponenten aufgelöst wird.

    Ich würde sagen hier geht es um die Bedarfsermittlung. Aus der Nachfrage der Kunden wird, unter Berücksichtigung von Lagerbeständen, ermittelt, welche "Kompononten" in welchem Umfang benötigt werden. Im Regelfall wird dies über Stücklisten geregelt.

    Allerdings ist dieses Vorgehen bereits Teil von sog. PPS-Systemen. MRP I plant nicht nur Bedarfe sondern auch optimale Kapazitäten bzw. eine optimale Kapazitätsauslastung.

    Gruß
    Michael

  • Hi Michael,

    vielen Dank für deine Nachricht. Ich bin allerdings jetzt etwas irritiert:

    Du hast geschrieben, das MRPI auch Kapazitäten und Kapazitätsauslastungen plant, ist das nicht Inhalt von MRP II ? Meiner Meinung nach plant MRP I doch nur die Bedarfe, oder?

    Viele Grüße
    Daniela

  • Hallo Daniela,

    du liegst da ganz richtig:

    MRP I ist ein klassisches PPS-System das zur Materialbedarfsermittlung dient und sich der Stücklistenauflösung bedient.

    MRP II setzt auf einer höheren Ebene an und berücksichtigt Kapazitätsrestriktionen die in MRP I nicht enthalten sind. MRP II wird auch in SAP verwendet.


    Die Aussage ist schon ein bisschen doof formuliert, da hast du recht. Es bedeutet meiner Meinung nach dass das Endprodukt (z.B. Waschmaschine) dessen Bedarf ja nicht von anderen Komponenten, sondern nur von den feststehenden und geplanten Kundenaufträgen abhängt, in seine Bestandteile "zerlegt" wird (z.B. Stahl, elektrische Teile usw.) und dann ermittelt wird wieviele Einheiten jeder Komponente wann benötigt werden um eine Einheit des Endprodukts herzustellen.
    Die benötigte Anzahl jeder Komponente ist also von der Gesamtmenge der herzustellenden Endprodukte, die sich aus dem Produktionsplan (MPS) ermitteln lässt, abhängig.

    Kann dir übrigens ein gutes Buch zu diesem Thema empfehlen:
    Wannenwetsch: Integrierte Materialwirtschaft und Logistik


    Hoffe du siehst jetzt klarer 8)
    Patrick

  • Hier ein kleiner Auszug aus einer Studienarbeit:

    MRP bedeutete ursprünglich Material-Requirement-Planning (MRP I). Eine Weiterentwicklung hiervon ist das Manufacturing-Ressource-Planning (MRP II).
    Bei beiden handelt es sich um Steuerungskonzepte, die auf dem Push-Prinzip basieren.

    Voraussetzung für MRP ist ein vorgegebenes Produktionsprogramm. Darauf basierend werden die Stücklisten aufgelöst, d.h. die Bedarfe an Rohstoffen und Halbfabrikaten werden ermittelt. Hier müssen auch die aktuellen Lagerbestände berücksichtigt werden. Dann wird die optimale Losgröße für den Auftrag ermittelt.

    Das Problem von MRP I ist, dass ein Abgleich der Kapazitäten nicht möglich ist. Dies erfüllt jedoch MRP II.

    Im Laufe der Zeit wurden die MRP II-Systeme immer weiter erweitert. Zunächst wurden Stellen wie Einkauf und Controlling mit einbezogen, später auch andere Bereiche, wie z.B. die Forschung. Damit hat man die nächste Stufe der Fertigungssteuerung erreicht, das ERP-System (Enterprise-Resource-Planning).

    Ich hoffe es hilft und verwirrt dich nicht noch mehr :D