Warum degressiv Abschreiben?

  • Hallo..

    ich habe eine kleine Frage.

    Erläutern Sie warum die Güter des Abnutzbaren Anlagevermögens häufig zunächst degressiv abgeschrieben werden.

    Warum wird ein Wechsel der Abschreibungsmethode vorgenommen?

    Ich erkläre mir das so...

    Die ersten jahre werden stärker mit der Aufwendung belastet als die letzten. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass häufig die Wertminderung von Anlagegütern in den ersten Jahren der Nutzung höher ist als in den letzten Jahren. Deshalb wird degressiv abgeschrieben--> es kann mehr Abgeschrieben werden als bei Linearer Abschreibung. jedoch max. 20 % nach § 7 Abs 2 ESTG

    Es wird ein Wechsel der Abschreibungsmethode angewendet wenn -->

    Abschreibungsbetrag bei linearer Abschreibung > Abschreibungsbetrag bei degressiver Abschreibung


    Liege ich mit dieser Antwort richtig?


    Gruß

    Denny

    Nichts ist unmöglich, bis man sich selber davon überzeugt hat.

  • Also wir haben das so in der Schule gelernt:

    Erstmal Degressiv abschreiben da der Aufwand höher ist als bei der Linaren Abschreibung (in den ersten Jahren) und da jeder Aufwand den Gewinn schmälert, ist das natürlich ne feine Sache.. Da spart man Steuern, denn dann hast du logischerweise weniger GEWINN den du versteuern musst! Also ganz Grob gesagt, da Umsatz - Aufwand = Gewinn ist.

    Der Wechsel wird vollzogen wenn dier lin Afa größer als dier Deg Afa is, das ermittelt man immer ganz praktisch mit der Tabelle bzw der "Kontrollrechnung" (Wechselzeitpunkt zum nächsten Jahr!)

    1/RND >= d sein.

    Also "1 DURCH Restnutzungsdauer muss größer oder gleich d sein", d ist der Deg Afa Satz (0,1 ~ 10%)

    Beispiel:

    AK; 50.000 Euro
    ND: 8 Jahre

    1-3 Jahr: Deg Abschreibung
    Ende des Jahres prüfen ob Wechsel nötig / sinnvoll! Wechsel erst (kannste nachrechnen) im 3 Jahr sinnvoll, also am Ende des 3 Jahres prüfen und daraus ergibt sich folgendes:

    1/5 >= 0,2 (Wahr) => Wechsel ab Jahr 4

    Und dann schreibste Jahr 4-8 Linear ab ;)


    Das prüft man immer am Jahresende und macht dann ggf mit Lin Afa weiter (im folge jahr)

    Also so hab ich es hier gelernt in der SChule..

  • Eure beiden Beiträge stimmen vollkommen mit der tatsächlichen Anwendung überein :) Das Beispiel habe ich jetzt nicht nachgerechnet, aber die typische Grenze sind immer 5 Jahre (Nutzungsdauer).

    Gruß
    Markus

    I don't always know what I'm talking about but I know I'm right!


    E-Mail: markus at study-board.com


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  • HI,

    also ich hab das Beispiel jetz auch nicht nachgerechnet, aber grundsätzlich stimmt es. Es gibt verschiedene Gründe, degressiv abzuschreiben.

    Einen hast Du schon genannt, nämlich dass das AV in den ersten Jahren der größten Wertminderung unterliegt.

    Auch die Antwort, dass dadurch der Gewinn geschmälert wird, ist richtig.

    Allerdings sollte man allein aus diesem Grund nicht grundsätzlich die degressive Abschreibung wählen. Kommt ja drauf an, was Du für Ziele als Unternehmung hast und wie Deine Gewinnerwartungen für das laufende und die kommenden Jahre sind.

    Bei einem Existenzgründer z.B. ist es relativ egal, für welche Methode er sich entscheidet. In der Regel ist in den ersten 3 bis 5 Jahren nicht mit Gewinn zu rechnen. (Davon geht auch das Finanzamt aus, denn erst nach 5 Jahren ohne Gewinnangaben inder Steuererklärung geht es von "Liebhaberei" und nicht von Gewinnerzielungsabsichten aus.) Und wenn doch, ist der meist nicht so umwerfend, dass man da in hohe Steuersätze reinkommt. Und Steuer 30% von Gewinn=0 ist auch wieder 0, klar, nicht? Da lohnt also eine Gewinnschmälerung in den ersten Jahren gar nichts. (Wirkt sich dann nur wieder indirekt auf die Steuer aus, da man eventuell einen Verlustvortrag getend machen kann,aber das geht auch nur begrenzt und führt hier auch zu weit).

    Einfach gesagt, wenn ein Existenzgründer in den ersten 3 Jahren degressiv abschreibt, aber keinen Gewinn erzielt, ist das erstmal Wurst. Doof aber, wenn er ab dem Jahr 4 Gewinne macht, die er dann dadurch höher versteuern muss, weil er die Schmälerung seiner (noch nicht vorhandenen) Gewinne durch degressive Afa in den Vorjahren schon "verspielt" hat. Dann kann er dem entgegen steuern, indem er zur linearen Afa wechselt. Die ist dann aber geringer als wenn er von Anfang an linear abgeschrieben hätte.

    Faustregel:
    Gleichmäßige Gewinnerwartung -> lineare Afa bevorzugen
    fallende Gewinnerwartung oder Wertverlust in den ersten jahren besonders hoch -> degressive Afa wählen

    ZS

  • Vielen Dank für die Antworten.

    Dies ist nun meine Lösung:

    Es wird erst degressiv abgeschrieben da der Aufwand höher ist als bei Linearer Abschreibung,
    und bekanntlich ist ja Umsatz - Aufwand der Gewinn.
    Fazit: Erst degressiv abschreiben um Gewinn zu Schmälern und um Steuern zu sparen.

    Gründe für die degressive Abschreibung :

    - hohe Wertverluste in den ersten Jahren der Nutzung
    - höhere Gewinnmindernder Aufwand in den ersten Jahren der Nutzung.

    Wechsel von lin. Afa auf deg. Afa

    - um am Ende der Nutzungsdauer den Wert Null zu erreichen
    - um gegen Ende der Nutzungsdauer wieder höhere Abschreibungsbeträge zu erhalten.

    Der Wechsel wird vollzogen wenn der lineare Afa größer als der Degressive Afa ist, das ermittelt man immer ganz praktisch mit der Tabelle bzw. der "Kontrollrechnung"

    1/RND >= d sein.

    Also "1 DURCH Restnutzungsdauer muss größer oder gleich d sein", d ist der Deg Afa Satz (0,1 ~ 10%)

    Faustregel:

    Gleichmäßige Gewinnerwartung --> lineare Afa bevorzugen

    fallende Gewinnerwartung oder Wertverlust in den ersten Jahren besonders hoch --> degressive Afa wählen


    Liebe Grüße

    Denny

    Nichts ist unmöglich, bis man sich selber davon überzeugt hat.

  • Kann man so stehen lassen!

    Zitat


    Wechsel von lin. Afa auf deg. Afa

    Umgekehrt :) Der Wechsel linear - degressiv ist verboten ;) Das Argument mit dem Nullwert zieht mMn nicht, das interessiert keinen, da man so oder so Erinnerungswerte etc. beibehält.

    Gruß
    Markus

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