Mit "30" zu alt für den Arbeitsmarkt

  • Hallo,

    und zwar folgendes Problem. Ich habe dieses Jahr mir einen Wunsch erfüllt und mein Abi nebenberuflich an einem Abendgymnasium nachgeholt. Nun habe ich mich für Informationssystemtechnik an der TU Dresden beworben und bin angenommen worden... nun zu meiner Frage.

    Ich bin jetzt 24 und das Studium dauert 10 Semester, d.h. ich bin, wenn alles klappt 30, wenn ich das Studium beendet habe. Macht es da überhaupt sinn noch zu studieren, oder sollte ich mir lieber ne Arbeit suchen. Ich meine, nicht daß ich dann zu alt für den Arbeitsmarkt bin!? Was denkt ihr so darüber? Sind meine Ängste berechtigt? Hat man mit einem Studium besser Chancen, länger auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben? (ich meine bis 60 oder so) Oder ist das völlig egal!?

    Danke für eure Antworten!
    ?(

  • Hallo psycho0481,

    ich finde ja deine Ängste völlig unbegründet. Letztlich kann doch keiner auf fünf Jahre eine Prognose erstellen und schon gleich gar nicht für die nächsten 35 Jahre. Vor fünf Jahren hätte dir noch jeder mit vollster Überzeugung dazu geraden den Studiengang zu belegen und schaue dir an, wie die Situation heute ist. Heute wird es sicher viele Meinungen geben die dir davon abraten, aber ich finde, du solltest das von deinen Interessen abhängig machen. Wenn es dir Spaß macht, dann mach diesen Studiengang. Hast du zu große Zweifel, dann lass es lieber. Aber ein Prognose ob du in fünf Jahren gebraucht wirst, gibt dir bestimmt keiner. ;)
    Ich finde es gut dass du den Ergeiz beweist und dies so durchziehen willst, du solltest eigentlich keine Selbstzweifel haben!

    Viel Erfolg und schreib mal wie du dich entschieden hast, vielleicht sieht man sich ja dann bald an der uni. :D

    VG Clark

  • Hallo,

    ich stand vor zwei Jahren vor der gleichen Frage. Da war ich 22 und bekam die Chance mein Abi nachzumachen um mein Traumfach studieren zu können- Jura. Ich habe jetzt mein Abitur gemacht und werde zum WSS anfangen Jura zu studieren. Ich werde wahrscheinlich auch erst mit 30 fertig sein, aber ich denke dass ich trotzdem eine Chance habe. Immerhin habe ich auch noch eine Ausbildung und schon Berufserfahrung, was die meisten jüngeren Studenten nicht haben. Und viele Absolventen sind kaum jünger, wenn sie ihren Abschluss machen, weil sie oft noch ein Auslandsjahr machen, doch noch das Fach wechseln, o. ä. und die haben dann keine Ausbildung und keine Erfahrung. Zusätzlich denke ich, dass Personalchefs sehen, dass wir es uns nicht einfach gemacht haben, sondern erfolgreich den schwereren Weg genommen haben.

    Alles in Allem denke ich, können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen.

    Bis danndann

    Petrike

  • Hallo,

    ich habe sogar mit 32 noch ein Studium ANGEFANGEN. Ich war in meinem alten Beruf als kaufmännischer Angestellter sehr unglücklich, wurde dazu dann auch noch arbeitslos und fand so schnell keine neue Stelle. Ich habe mich dann fürs Studium (Winfo) entschieden und befinde mich nun "mittendrin".

    Als Nachteil sehe ich persönlich die lange "Abstinenz" von der Schule (waren bei mir ca. 10 Jahre), daher fällt es mir schwerer, z.B. Defizite in der Mathematik aufzuholen, und die Informatikinhalte sind ganz andere als zu meiner Schulzeit (da hat man wirklich noch in BASIC und PASCAL programmiert). Ein weiterer Nachteil ist der finanzielle: ab 30 bekommt man i.d.R. kein Bafög mehr und muss auch die Krankenkasse selbst bezahlen (keine Ermäßigung mehr dabei). Das muss man natürlich gründlich abwägen, ob das finanziell überhaupt machbar ist.

    Ein Vorteil ist ganz klar, dass man im Gegensatz zu den meisten jüngeren Kommilitonen schon einiges an Berufserfahrung hat.

    Viele Grüße
    Michael

  • Hallo,

    möglichst immer die höchste Qualifikation anstreben. Wenn man älter ist, das Studium natürlich sauber ausrichten und Praktika und Weiterbildungen, sowie Spezialisierungen sinnvoll in den LL einflechten.
    Dann wird daraus sicherlich etwas und die wenigen Jahre mehr, kann man mit den o.g. Argumenten und einem kurzen, stringenten Studium gut verkaufen...
    Natürlich sollte man/frau solche Bereiche wie Investment Banking, Management Consulting, Trainee-Programme eher aus dem Scope entfernen. Die Kriterien (v.a. die K.O. Kriterien in Bezug auf Alter) und der junge Mitbewerb lassen dort wenig Changen. Wichtig ist nur: Das Fach muss Dich fordern und Du musst es mit ganzer Kraft durchziehen!
    Ansonsten passt das schon. Viel Erfolg beim Studium.
    Con

  • Zitat

    Original von Consultant

    Natürlich sollte man/frau solche Bereiche wie Investment Banking, Management Consulting, Trainee-Programme eher aus dem Scope entfernen. Die Kriterien (v.a. die K.O. Kriterien in Bezug auf Alter) und der junge Mitbewerb lassen dort wenig Changen.
    Con

    Wie ist denn die Altersgrenze für ManagementConsulting und die von dir genannten Trainieeprogramme ?

  • Faustregel:
    Beste Trainee-Programme in der Industrie nicht über 30 Jahre (ohne Doc)
    Management Consulting nicht über 28 Jahre (ohne Doc)
    Grüße,
    Con

  • Zitat

    Original von Consultant
    Faustregel:
    Beste Trainee-Programme in der Industrie nicht über 30 Jahre (ohne Doc)
    Management Consulting nicht über 28 Jahre (ohne Doc)
    Grüße,
    Con


    Und mit Doc :) ?


    Gruß
    Kante

  • Nunja, da da alles Verallgemeinerungen sind, die auch nicht zwingend für jedes Unternehmen gelten müssen, würde ich schätzen, dass mit +35 kein großer Blumentopf mehr gewonnen werden kann. Dies hängt von so vielen Rahmenbedingungen ab, dass diese Aussage eher mit hoher Vorsicht zu geniessen ist.

    Beispiel: Wunsch Einstieg in ein Wirtschaftsunternehmen mit 35 Jahren ohne praktische Erfahrung (natürlich nicht in Forschung und Entwicklung) ist eher eine Ausnahme.
    Grüße,
    Con

  • Ja ich verstehe. Danke für deinen Beitrag.
    Wie du ja weisst bin ich ja auch nicht mehr der jüngste nach dem Studium ;)

    Ich würde daher wohl versuchen wollen über Bachelor + MSc das ganze abzurunden.
    Das wären dann 3 + 1,5 = 4.5 Jahre
    4,5 + 22,5 = 27 Jahre wenn ich fertig bin.

    Angenommen ich mache meinen B.Sc. Wirtschaftsinformatik in Mannheim
    und schließe mit einem M.Sc. in Business Adminsitraion an der RSM (Rotterdam) ab.

    Wie stehen meine Chancen in die StrategieBeratung einzusteigen ("trotz" Wirtschaftsinformatik die ja meines Wissens nach auf Prozessberatung ausgerichtet ist?)

    Herzlichen Dank im voraus!

    Es grüßt
    Der Kant

  • Jo, dazu würde ich gar nix sagen.
    Denn damit saugst Du mir hypothetisches Zeugs aus der Nase, dass Dir weder hilft noch fühle ich mich damit glücklich.
    Setz Dir ab und zu (alle 2-3 Semester) Meilensteine, in denen Du Deine Eignung überprüfst.
    Dazu gehören nicht nur, aber auch:

    - Praktika bei relevanten Wettbewerbern, ohne diese wirds schwierig. Kriegst Du keine, ist auch Deine Chance für den Brancheneinstieg schwach
    - Business Case Wettbewerbe
    - Recruiting Tage
    - Noten und Auszeichnungen
    - Auslandsaufenthalte
    - Schwerpunkte
    - Bewegungen auf dem Markt, gibt es keine Fluktuation und/oder ist der Markt stagnierend, wirst Du keine Anstellung finden
    - Vitamin B und Kontaktnetzwerk
    - Soft-Skills: Brain-Teaser, Analysestärke, Verhandlung und Rhetorik, Fachkenntnisse, Branchenkenntnisse

    Gerade Praktika und Auslandsaufenthalte solltest Du neben einem 1/2 Jahr Pause zw. Bachelor und master einplanen. Oder hast Du das schon berücksichtigt?

    All das muss zusammenpassen, deswegen keine direkte Antwort.
    Grüße,
    Cón

  • Also ich habe mir gedacht während des Bachelors ein Auslandsemester einzuplanen. Vorzugsweise in den USA. Praktika strebe ich auch während des Bachelor Studiums an. In den Semesterferien zB.

    Da ich ja wie bereits erwähnt nicht der jüngste bin möchte ich meine Zeit möglichst sinnvoll und effizient nutzen. Also den Terminkalender was Auslandsaufenthalte und Praktika anbetrifft schon während des B.Sc. Studiums anpassen.

    Grundsätzlich frage ich mich ob ich auch trotz B.Sc. Studiums in die STrategieberatung gehen kann. Wie ich aber deinen Ausführen entnehmen kann gehen die ANfordeungen an einen Consultant (Strategie) weit über das Studienfach hinaus und es viel mehr der "Mix" machts.

    Auch entnehme ich deinen ANtworten, dass der Maßstab ein sehr hoher ist. Somit hast du mir mit den Meilensteinen setzen einen wertvollen Tip gegeben. Man weiss eben nicht was kommt und so kann man - falls man den Anforderungen bei kritischer Selbstrefelxion nicht zu genügen scheint - den Kurs abwenden und sich auf andere Bereiche spezialisieren.

    Liege ich da mit den Überlegungen bzgl. Studienfach / Consulting(Strategie) richtig ?
    (Also nicht unbedingt BWL = strategie und WINF != Prozess ..)


    BTW.: Siehst du die Uni Mannheim im Bereich der WiWI und vor allem BWL als konkurenzfähig mit EBS & Co. ein und wenn ja - in welchem Grad.


    Vielen Dank .


    Gruß

    E. Kante

  • Zitat

    Also ich habe mir gedacht während des Bachelors ein Auslandsemester einzuplanen. Vorzugsweise in den USA. Praktika strebe ich auch während des Bachelor Studiums an. In den Semesterferien zB.

    Auch wenn erst wenige Erfahrungen aus meinem Umfeld vorliegen, wird es schwer werden im Bachelor Studium schon ins Ausland zu gehen.

    Zitat

    Da ich ja wie bereits erwähnt nicht der jüngste bin möchte ich meine Zeit möglichst sinnvoll und effizient nutzen. Also den Terminkalender was Auslandsaufenthalte und Praktika anbetrifft schon während des B.Sc. Studiums anpassen.

    Damit meinst Du Auslandsaufenthalt inkl. dem von Dir angesprochenen Praktika innerhalb des Bachelorstudiums? Also "nur" ein vollwertiges, mind. 3 Monate dauerndes Praktikum? Das ist zu wenig. Du benötigst 2-3 Praktika.

    Zitat

    Grundsätzlich frage ich mich ob ich auch trotz B.Sc. Studiums in die STrategieberatung gehen kann. Wie ich aber deinen Ausführen entnehmen kann gehen die ANfordeungen an einen Consultant (Strategie) weit über das Studienfach hinaus und es viel mehr der "Mix" machts.

    Die Anforderungen grenzen ans Unmögliche ;) deswegen darf man sich nichts draus machen, wenn es nichts wird... Das Studienfach ist nur ein Teil der Qualifikation.

    Zitat

    Auch entnehme ich deinen ANtworten, dass der Maßstab ein sehr hoher ist. Somit hast du mir mit den Meilensteinen setzen einen wertvollen Tip gegeben. Man weiss eben nicht was kommt und so kann man - falls man den Anforderungen bei kritischer Selbstrefelxion nicht zu genügen scheint - den Kurs abwenden und sich auf andere Bereiche spezialisieren.

    Jo, das meine ich.

    Zitat

    Liege ich da mit den Überlegungen bzgl. Studienfach / Consulting(Strategie) richtig ?
    (Also nicht unbedingt BWL = strategie und WINF != Prozess ..)

    Grundsätzlich ja, Ausnahmen bestimmen wie immer die Regel.


    Zitat

    BTW.: Siehst du die Uni Mannheim im Bereich der WiWI und vor allem BWL als konkurenzfähig mit EBS & Co. ein und wenn ja - in welchem Grad.

    Eine wieder rein hypothetische Frage. Es kommt auf den Absolventen an, nicht allein auf die Uni (Siehe Mix von oben). Der Einstieg von der EBS wird durch das Alumninetzwerk zwar vereinfacht, ist aber bei weitem nicht mehr so "Sahne" wie anno 2000.

    Bitte versuche die Fragen nach dem Motto: "Wenn ich auf der grünen Wiese bin" entweder zu präzisieren oder zu vermeiden. Du wirst keine hilfreiche UND seriöse Antwort erhalten können. Du fragst dazu 10 "Experten" und erhälst 30 Antworten ;)

    Grüße,
    Con